Filter 2016

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Kennt ihr das, wenn ihr euch so richtig, richtig, richtig, richtig, richtig doll auf etwas freut?

Vielleicht auf einen Feiertag, einen Urlaub, ein freudiges Erlebnis oder Konzert. Ein Silberstreifen am Horizont, ein Lichtblick im düsteren Alltag, ein Fixpunkt in der Agenda. So schön wie die Vorfreude auf diesen Moment, die Sehnsucht oder das Wissen, dass er allmählich näher rückt, so grausig, trostlos und leer ist das Gefühl, wenn er vorbei ist.

Mir ging es vor nicht allzu langer Zeit schon Mal so. Wie ihr vielleicht schon Mal gehört, gelesen oder vielleicht am Rande Mal mitgekriegt habt, bin ich ein großer Fan einer in Europa relativ unbekannten Kapelle namens [ Filter ].

2011, als sie kurz nach meinem Geburtstag in der Markthalle Hamburg auftraten, habe ich Richard Patrick zum ersten Mal Live erlebt.

Nun, man könnte schon mit Recht sagen, dass es danach um mich geschehen war. Davor stand Filter für mich für einen mäßigen aber erträglichen Radio-Geplänkel-Song namens „Take A Picture“ und für ein großes aber lustiges Musik-Missverständnis, weil ich – damals, liebe Kinder, als man einzelne Songs noch illegal über sogenannte P2P-Programme heruntergeladen und auf eure MP3-Apparate ohne Display geladen hat – Filters größten Hit „Hey Man, Nice Shot!“ aus Versehen Ted Nugent zugeschrieben hab*. Nach der Markthalle standen sie für

1 ) RICHTIG GUTE ROCKMUSIK

2 ) RICHTIG GUTE ROCKMUSIK

3 ) RICHTIG GUTE ROCKMUSIK

Es dauerte ganze zwei Jahre, bis Filter zurückkehrten. Im Gepäck hatten sie ein brandneues Album und eine fast komplett neue Aufstellung. Eine kurze Randbemerkung, denn ich habe gerade meine zwei alten Blog-Einträge zu Filter gelesen und einen leichten Herzinfarkt vor Fremdscham erlitten, aber ich habe bis jetzt tatsächlich noch nie erwähnt, dass Filter eigentlich [ Richard Patrick ] ist.

Daraufhin hatte ich in diesem Blogbeitrag eine riesige Biographie über Richard Patrick getippt, in meinen eigenen Worten und mit meinen Kommentaren. Also gestern. Abend. Komplett übermüdet von meiner Woche mit Filter und Muse. Und dann hab ich gestern auch noch von Richard Patrick geträumt (Danke, Unterbewusstsein) und heute musste ich das alles lesen und… Nun, wie hat Maz Kanata in Star Wars Episode VII so schön gesagt?

„Das ist ja Mal obermega Panne. Wenn du diesen peinlichen Fangirl-Kram veröffentlichst, wird dich keiner jemals wieder ernst nehmen. Lass es einfach.“

So oder so ähnlich, jedenfalls.

 

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Und bitte hört nie auf, mich daran zu erinnern, dass „Stranglehold“ NICHT von Filter ist.

Nun, wenn wir die peinlichen Abhandlungen also weglassen bleibt mir nur noch der Konzertbericht übrig und wie ich mich kenne, wird der problemlos absolut lächerliche Längen annehmen und viel zu persönlich und emotional werden, also los:

Wenn man mir bei Facebook oder Twitter folgt, kam man seit April 2015 kaum darum herum, von jedem neuen Album-Update von Filter zu hören.

[ Finanziert über Pledge Music ] erblickte Crazy Eyes am 8. April 2016 das Licht der Welt. Und ich war hin und weg. Noch viel hin und wegger, als ich es von Filter jemals war. Und ich hatte mich ja davor nicht nur auf das Album gefreut, sondern auch auf die Tour.

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 [ Crazy Eyes auf Spotify ]

Am 7. März saß ich bei IKEA im Kundenservice und wartete geduldig darauf, dass meine Nummer aufgerufen werden würde, als ich über Facebook eine Event-Einladung erhielt:
Filter spielen am 6. Juni in München.

Ich sprang vor Freude aus dem KLIPPAN und schrieb sofort all meinen Familienangehörigen und Bekannten: Filter kommen nach Europa!

Es dauerte nicht lange, da waren auch Konzerte in Hamburg und in Berlin angekündigt. Alles näher als München! (Ja, ich weiss, ALLES ist näher als München!)

Ich kaufte mir sofort zwei Karten für Hamburg, am 3. Juni und als das Event immer näher rückte und sich herausstellte, dass Filter in der großen Freiheit NICHT Headlinen würden, kaufte ich mir noch eine Bus-, eine Bahnfahrt, eine Hostel-Übernachtung und ein Ticket für den Gig in Berlin am 02.06.

Ich bin ja selten mit so viel Vorfreude im Bauch zur Arbeit gefahren, wie letzte Woche Donnerstag. Der halbe Arbeitstag verging wie im Flug und um 14 Uhr sass ich schon im Reisebus, der mich nach 1h Schlaf und 2 Folgen Downton Abbey direkt am Alexanderplatz absetzte.

Ich hatte mir buchungstechnisch alles so zurecht gelegt, dass ich die verschiedenen Stationen in wenigen „Schritten“ erreichen konnte. Vom Alexanderplatz waren es nur 10 Min mit dem Bus bis zum Hostel, von da aus nur 2 Min zu Fuß zum Checkpoint Charlie und der U-Bahnhaltestelle Kochstraße und von der U Kochstraße waren es nur 5 Min mit der U-Bahn zum Schlesischen Tor, wo das Konzert statt fand.

Paar meiner liebsten Freundinnen wohnen ja in Berlin und eine hat ich extra ganz viel Zeit für mich genommen, mich in einem Public Viewing Strandclub am Checkpoint Charlie zu treffen, um mit mir unbeeindruckt vom minutenlangen Platzregen ein Bier zu trinken, Currywurst zu essen und zu schnacken.

Ich meinte zu ihr noch, dass ich die Vorband Rabia Sorda nicht unbedingt sehen müsse. Die waren auch schon im vollen Gang, als ich im Bi Nuu eintraf und meine Fresse, waren die gut. Die holten die ohnehin schon sehr gute Stimmung komplett ab, hatten Bock und machten Laune. Meine Musik ist es jetzt nicht so, zum einfach so hören, aber in dem Moment passte es live und laut einfach ganz wunderbar und zündete schon Mal mächtig ein für Filter.

In der Aufbau-Pause unterhielt ich mich mit der jungen Frau neben mir. Sie wäre auch mit dem Bus hergefahren nach Berlin und würde Morgen auch in Hamburg sein. Schwestern im Geiste. Allerdings wäre dies ihr erstes Filter-Konzert. Das fand ich sehr, sehr cool und hat mich riesig gefreut! Ich erzählte ihr ein bisschen von den bisherigen Konzerten in der Markthalle und im Knust und wie toll Richard Patrick dabei immer war mit den Fans und Zuhörern.

Während [ Ashley Dzerigian ], die aktuelle Filter Bassistin, [ Chris Reeve ], der Drummer und [ Bobby Miller ], der ja einfach Mal alles kann und alles macht, die Bühne aufbauten, gingen meine neue Freundin und ich die Setlist durch, die mir vor der Nase hing.

Besser als mit „The Take“ kann ein Konzert gar nicht anfangen, „You Walk Away“, mein absoluter, absoluter Lieblingssong von Filter (von der 2002 erschienenen The Amalgamut) war mit dabei und wir freuten uns gleichzeitig über „Welcome To The Suck“ und high-fivten uns, als wir feststellten, dass das unser beider Lieblingslied von Crazy Eyes war.

Kurze Zeit später ging es auch schon los mit einem längeren instrumentalen Intro, über das Richard Patrick von neben der Bühne aus sprach. Ich erinnere mich nicht genau daran, was er gesagt hat, aber es war mindestens eine Donald Trump-Imitation mitdabei. Sein und (hoffentlich) unser aller Staatsfeind Nr. 1. Das Intro führte zu „The Take“ aus Anthems For The Damned, dem Album, das irgendwie keiner so richtig mochte, außer mir. Nicht Mal Richard Patrick.

Nach dem älteren „The Take“ kamen mit „The City of Blinding Riots“ und  „Mother E“ zwei Crazy Eyes-Songs und bewiesen ab der ersten Sekunde, dass sie Live genau so unfassbar gut sind, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Danach ging’s zurück in die 90er mit der Filter & The Crystal Method Single aus dem Spawn-Soundtrack „(Can’t You) Trip Like I Do“. Auch einer meiner absoluten Lieblinge, seit ich ihn damals in der Markthalle zum ersten Mal Live erlebt hatte. Joa und von „You Walk Away“ hab ich euch ja schon erzählt.
Pure Liebe.
Simpel.
Pur.

„Head Of Fire“ war für mich eine echte Überraschung. Ich hatte den Song anfänglich als recht schwächlich abgetan im Vergleich zum Rest des Albums, aber Live kam er richtig, richtig gut, auch wenn der Tonmann mit der Mikrofon-Lautstärke von Richard Patrick zu kämpfen hatte und das auch für ein bisschen Missmut und kurzen Rücksprachen mit seinen Bandkollegen führte.

Leider verbesserte sich die Stimmen-Lautstärken-Situation nur minimal, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat, aber dazu führte, dass ich kein Wort verstanden hatte, als mich Richard Patrick von der Bühne aus etwas gefragt hat. Ich bin mir leider auch sehr sicher, dass er explizit mich gemeint hatte, denn ich hab mich als erstes gleich Mal verwirrt umgedreht um zu gucken, ob jemand hinter mir gemeint war. Nöp.
Nix verstanden.
Roter Kopf.
Lächeln und nicken, einfach lächeln und nicken.

Als auf der Liste endlich „Welcome To The Suck“ dran war und ich mich darauf freute, wie der Song wohl live funktionieren würde, griff sich Richard die Setlist, die vor meiner Nase gehangen hatte und meinte (nicht ins Mikro, aber sehr gut hörbar) „Lasst uns den nicht machen, ich hasse ihn.“ und fragte stattdessen das Publikum, was sie hören wollen. Die Antwort lautete „Welcome To The Fold“.

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An dieser Stelle war das Konzert (laut Setlist) ja eigentlich offiziell zu Ende, doch Richard war es nicht. In seiner kurzen Rede brachte er dunkle Seite der Macht in Verbindung mit dem, was in der US-Amerikanischen Politik gerade vor sich geht und brachte – passend und völlig überraschend – mein 2. Lieblingslied von The Amalgamut „American Cliché“.

Ich hatte mich zwischen Vorgruppe und Hauptgig mit der Dame neben mir auch darüber unterhalten, wie auffällig es ist, dass gar kein Song von The Trouble With Angels aufgeführt war, denn das war eigentlich das starke Album, das gewissermaßen das Comeback von Filter besiegelt hatte, nach der schlimmen Zeit nach The Amalgamut und dem quasi misslungenen Comeback-Versuch Anthems For The Damned. Umso mehr freute ich mich, als die ersten Takte von „No Love“ als zweite Zugabe erklangen. Leider war an dieser Stelle der Ton bereits so schlecht, dass man den Leadsänger gar nicht mehr hören konnte. Auch beim letzten Song nicht.

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Abgerundet wurde das Konzert und der Abend mit Filters größtem Hit „Hey Man, Nice Shot!“. Es ist ja so; manche Bands haben Probleme sich so viele Jahre später noch mit ihrem eigenen größten Hit zu identifizieren oder haben (wie bei „Africa“ von Toto z.B.) nicht so richtig mitvollziehen können, warum ausgerechnet DER Song. Nicht bei Filter. Richard Patrick stand auf der Bühne und sprach ganz offen darüber: Dieser Song ist für ihn unfassbar wichtig, denn damit finanziert er die Ausübung seiner Leidenschaft und die Ausbildung seiner Töchter und dafür ist er einfach nur dankbar.

Und wir ihm doch auch, oder?

[ . : Filter @ Bi Nuu 6’2016 Spotify Setlist: . ]

Ausgelaugt, durstig und glücklich brachte ich meine Konzert-Kollegin noch zur Bahn, suchte selber aber noch kurz einen Späti auf gegenüber des Clubs, um mir etwas zu Trinken zu kaufen und begab mich zurück ins Hostel in der Nähe vom Checkpoint Charlie.

Dort musste ich erst einmal mein Handy aufladen und ganz seelig die Setlist betrachten, die mir Rotten Bobby geschenkt hat. So ein Schatz. Überhaupt muss ich auch Mal erwähnen, dass Richard Patrick immer sehr, sehr nette und gute Musiker mitnimmt, schliesslich ist die Band ja unheimlich wichtig und absolut verantwortlich dafür, ob der Gig ein Erfolg ist oder nicht. Und mit Oumi Kapila, Ashley Dzerigian, Chris Reeve und Bobby Miller hat er wieder ein sehr, sehr starkes und kompetentes Team, auch wenn meine Lieblingszusammenstellung wahrscheinlich die aus der Markthalle bleiben wird, weil die Kombi mit Drummer Mike Fineo, Bassist Phil Buckman und Gitarrist Rob Patterson einfach grundsätzlich rockiger angesiedelt war.

Aber für das neue Album und das neue Set ist das neue, jüngere Team einfach absolut großartig. Da das Konzert so, so gut war, würde ich sogar fast behaupten, Filter ist gerade jetzt – so wie sie sind – am Besten.

Aber das behaupte ich immer.

Die Nacht im Hostel war kurz. Sehr, sehr kurz. Ca. 2 Stunden kurz, dabei wachte ich alle 45 Min auf. Ich hatte nette Bekanntschaft gemacht mit einem jungen Mann aus Baltimore und seiner Gefährtin aus Tokyo und war mit ihnen im selben Zimmer. Es wurde sehr viel geschnackt und sehr wenig geschlafen. Ganz, ganz wunderbar.

Um 5.30 Uhr hatte ich bereits ausgecheckt und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof, wo ich kurz nach 6 den ICE nach Hamburg nahm. Auch dieser verkürzte Arbeitstag verging verdammt schnell. Statt in die Mittagspause zu gehen begleitete ich meine Lieblings-Teamkollegin zu Budni an der Talstraße und zusammen machten wir noch den Schwenker zur Großen Freiheit. Der Filter-Bus war schon da und ca. 10 Lord of the Lost Fans vor dem Eingang. Mein Herz füllte sich mit Vorfreude.

Am Nachmittag holte mich dann meine liebe Freundin Lisa von der Arbeit ab und zusammen fuhren wir kurz zu mir nach Hause, um zu verschnaufen, Kontaktlinsen einzusetzen (lieber keine Brille bei solchen Anlässen, hier spricht die Erfahrung) und dann ging’s ab auf die Große Freiheit.

Die Schlange vor dem Eingang reichte bis zur Mitte der Freiheit und die meisten Leute waren schwarz gekleidet. Es gab Rocker, Goths, Metaller, Familien mit Kindern, die gesamte Bandbreite einfach. Wir tranken zusammen noch ein Bierchen draußen, weil das Wetter so herrlich und der Kiez so leer war, bevor wir reingingen, um die letzten 3 Lieder von Rabia Sorda (nochmal) zu hören. Die mexikanisch-deutsche Electro-Punk-Industrial-Mischung mit Frontmann Erk Aicrag kam in der Großen Freiheit 36, die sich allmählich auffüllte sehr gut.

Nach 15 Minuten ab- und wiederaufbau traten Lord of the Lost auf die Bühne. Das ist jetzt vielleicht nicht ganz meine Musik, trotzdem konnte man dazu hervorragend abrocken und Leute, ich liebe ja Masken, Schminke und Kostüme und die Hamburger rissen die Bude ein. Die Fans waren auch richtig, richtig toll und hatten Spaß und kannten die Songs und man fühlte sich einfach wohl.

Ich würde auch fast (und mit einem kleinen Stich im Herzen) behaupten, dass die Große Freiheit 36 bei den letzten paar Songs, einem Mix aus Dark Rock, Industrial-Metal, Gothcore und Glam inklusive einer Cover-Version von „Everybody (Backstreet’s Back)“, jetzt am Vollsten war.

Eine schwierige Situation für Filter, möchte ich fast behaupten. Lord of the Lost sind Locals, sie sind musikalisch näher an Combichrist, dem Hauptact der Tour und auch schlichtweg etwas… jünger. Während sich der ganze Saal gefühlt einmal leerte und von neuem auffüllte, bauten die Jungs und das Mädel von Filter wieder ihre eigene Bühne auf. Während die Roadies davor mit ihren identischen „Crew of the Lost-T-Shirts“ schon fast elitär wirkten in ihrer Professionalität, fühlte ich mich schlagartig wieder wohl, „meine“ Leute auf der großen Bühne zu sehen.

Sie war sehr groß. Und recht weit weg. Das blanke Gegenteil des Berlin-Gigs, wo man aufpassen musste, dass man beim Headbangen nicht aus Versehen ein Bandmitglied traf. In der Pause traf ich bereits meine Freundin von gestern wieder (wir standen in der zweiten Reihe). Sie zeigte mir das Foto, das Richard Patrick beim Konzert am Vortag von ihr geschossen hatte (wir hatten in dem Moment beide gedacht, er hätte nur auf die Kamera geguckt, um die Bilder anzuschauen) und wir mutmassten, dass unsere Chancen auf „Welcome To The Suck“ heute deutlich besser standen, weil sich Filter bei einem Konzert dieser Größe und dieses Ablaufs wahrscheinlich doller an die Setlist halten wird.

Tat er nicht. :D
Aber völlig egal, das Konzert war Spitze. Der Ton war dieses Mal (oder im Vergleich zum Vortag) in Ordnung, man konnte alles und jeden hören. Leider auch den komplett verpassten Einsatz am Anfang, weil „The Take“ dieses Mal ohne Intro oder Vorwarnung losging.

Zur Setlist kann ich leider nicht einmal viel sagen, da ich mir dieses Mal noch nicht einmal meine üblichen Notizen am Unterarm gemacht habe. Es war einfach zuviel heiss, zuviel feucht, zuviel laut, zu wenig hell. Aber ich meine, dass als Zugabe nur „Welcome To The Fold“, „No Love“ und „Hey Man, Nice Shot“ gespielt worden wären, die Setlist ansonsten aber identisch war. Korrigiert mich gerne, falls ich falsch liege.

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Überhaupt fiel es Richard bei diesem Gig schwer, eine Beziehung zum Publikum aufzubauen und ich war ehrlich gesagt auch etwas sauer. Die Fans in der ersten Reihe hingen teilweise lustlos am Geländer oder saßen die Wartezeit auf Combichrist ab und das meine ich wörtlich. Sie saßen. Mit dem Rücken zur Band. Das fand ich ja ein bisschen frech, irgendwie. Die werden bestimmt ihre Gründe gehabt haben, aber ich konnte es nicht nachvollziehen und natürlich drückt sowas allgemein auf die Stimmung. Trotzdem fanden sich verteilt ein paar Filterfans in der Menge wieder und die hatten (so hoffe ich) trotz allem Spaß.

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Nach dem Konzert nahm sich Patrick noch die Zeit, die Fans am Merch Stand zu treffen und signierte geduldig T-Shirts oder beantwortete Fragen nicht (die Dame vor mir in der Schlange fragte ihn nämlich 3x, ob die Gerüchte wahr seien und das die letzte Tour sei und er tat 3x so, als hätte er sie nicht verstanden).

Ich weiss nicht, ob „Spaß“ der richtige Ausdruck ist für das Gefühl, das ich auch bei diesem Konzert empfand. Aber die Musik von Filter Live zu hören verpasst mir regelmäßig Gänsehaut, sie berührt mich also nicht nur emotional und ich empfinde in dem Moment einfach Glückseligkeit.

Nach dem Konzert fiel ich für einen halben Tag in ein tiefes Loch, da mir plötzlich klar wurde, dass dies das letzte Mal gewesen sein könnte, dass ich Filter Live erleben durfte. Klar, das kann es bei jedem Erlebnis ever im Leben. Aber ich hatte plötzlich nichts mehr, worauf ich mich freuen konnte. Worauf ich hinblicken und hinfiebern konnte. Ich war ein bisschen traurig.

Nun, was ist das beste Mittel gegen Trauer? Ja, Geld. Und den letzten kläglichen Rest davon für diesen Monat (zum Glück ist heute schon der 8. – nur noch 20 Tage bis zum nächsten  Gehalt) gab ich noch am Samstag aus für eine Bahnfahrt nach Oberhausen. Und ein Konzertticket. Für eine in Europa relativ unbekannten Kapelle namens [ Filter ].

 

 

2 Antworten zu “Filter 2016

  1. Wenn man dir bei Twitter und deinem Blog folgt beschleicht einen schon zuweilen das Gefühl, dass deine Zuneigung, bezüglich einer in Europa relativ unbekannten Kapelle namens „Filter“, teilweise leicht manische und/oder obsessive Züge annimmt. Ich muss, vielleicht zu meiner Schande, gestehen, dass ich „Filter“ überhaupt nicht kenne. Sind seit den Neunzigern schlichtweg an mir vorbeigegangen. Werde aber mal ein Ohr riskieren. Hast du einen Tipp für Neueinsteiger?

  2. Pingback: MEGA Tour Kick-Off in Hamburg | Gameblog Dot CH·

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