Wer kommt?

Gestern hatte ich so einen richtigen Arschlochtraum.

Ich gehe den Kiez runter, eine Nebenstraße in Richtung Hafen. Ich blicke in die Bar wo ich rein wollte, sie ist schon leer. Ich laufe in die falsche Richtung, statt nach Hause.
Ich biege nach rechts ab in ein Wohngebiet. Hier fahren Busse. Ein Bus mit Aufschrift „Abladezone“ hält neben mir. Keine Ahnung wo der hinfährt. Der junge Mann neben mir weiß es auch nicht. An der nächsten Kreuzung fährt der 111er. Bringt der mir was? Ich weiß es nicht.

Ich gehe durch die Siedlung, es ist plötzlich Tag-hell.
Ich weiß, dass ich träume. Vielleicht hab ich Sonnenaufgang verpasst. Wird ja auch langsam Sommer. Ich blicke nach oben in den Himmel. Die Lichtquelle ist nicht die Sonne. Ist es ein Flugzeug? Das Objekt kommt näher. Es ist länglich. Kein Flugzeug. Jetzt kann ich es sehen. Es ist ein riesiges Stück Tunnelrohr aus Zement, es fällt genau auf uns zu. Regungslos stehe ich da, als das Rohr auf das Einfamilienhaus neben mir fällt und es unter sich begräbt. Bei mir in der Nähe stehen weitere Leute auf der Straße. Sie bewegen sich nicht. Ich blicke wieder in den Himmel. Wieder fällt etwas auf uns zu. Es ist eine griechische Säule. Ich drehe mich um und sehe, wie sie hinter mir das Dach eines Mehrfamilienhauses durchschlägt. Wir sollten hier nicht stehen. „Geht in Deckung, Leute!“, rufe ich und renne in Richtung des Mehrfamilienhauses mit dem kaputten Dach. Ich sollte in Bewegung bleiben, denke ich, aber eigentlich bringt es nichts, wenn es mich trifft, dann trifft es mich halt. Ich suche ein Haus, das sicher aussieht, irgendwas mit Keller. Ich traue mich nicht, ein fremdes Haus zu betreten. Rechts von mir ist eine große kaputte Scheune, aber deren Dach hält nichts aus. Hier will ich nicht sterben. Es ist immer noch hell.

Ich wache auf. Ich bin nicht schweißgebadet, aber ich habe dieses Angstgefühl. Dieses richtig miese, beschissene Gefühl, das einem nach einem Albtraum noch eine Weile anhaftet. Bin ich wirklich wach? Ich mach die Augen auf. Draußen ist es noch dunkel. Ich bin zu faul, mich aufzusetzen und auf die Handyuhr zu blicken. Es war ja nur ein doofer Traum und jetzt bin ich wach, alles gut.

Ich schlafe wieder ein.

Ich bin am genau gleichen Ort. Herzlichen Dank auch, Unterbewusstsein, du bist ein Arsch!

Ich blicke auf mein Handy ich google meinen Standort, versuche herauszufinden, wie ich von hier am schnellsten nach Hause komm. Immernoch auf Google Maps blickend gehe ich los. Mir kommen Menschen entgegen, doch ihre Gesichter verwandeln sich in Fratzen, in bewegliche Gemälde, in verzerrte Poster oder Schallplattencover. „… kommt“.

Ich erinnere mich nicht an den Namen. Es war ein Name den ich kenne. War es ein Gott? Ein Dämon? Ein Name aus der nordischen oder griechischen Mythologie? War es Gilgamesh? Cthulhu? Beelzebub? Ich erinnere mich nicht.

Besorgt blicke ich wieder in den Himmel. Mit einem Schlag verschwindet das Tageslicht. Es ist wieder Nacht. Heißt das, der Spuk ist vorüber? Fallen keine zerstörerischen Bauteile mehr vom Himmel? Ich bin noch so weit von zu Hause entfernt. Ich drehe mich um. Die Menschen mit den verzerrten Gesichtern haben sich umgedreht, sie verfolgen mich. Sie sagen „… kommt“, ich versuche zu flüchten, aber ich kann nicht. Ich kann nicht rennen, ich kann nicht springen, ich komme kaum vorwärts. Immer mehr Leute verfolgen mich „… kommt“ – ich versuche zu entkommen. Als mich vier große Männer ergreifen rufe ich panisch „… ist da!“ und sie lassen von mir ab. Aber es bringt ja nichts, ich bin jetzt unten am Hafen und versuche mich auf die Hafenmauer zu retten. Ich komm nicht hoch. Ich kann nicht wegrennen, ich komme nur vorwärts, indem ich mich über den Boden ziehe. Die Verfolger halten mich an meiner Kleidung fest und sagen „… ist da.“

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