Alltagssexismus: Der Telefon-Überfall

Beim Durchgehen meiner alten Blogs (die zu einem Großteil ganz schreckliche Sachen beinhalten, aber in seltenen Fällen auch mal was Lustiges) bin ich über ein weiteres Beispiel von Alltagssexismus gestolpert. Und zwar über ein Telefongespräch aus dem Jahre 2008. Damals habe ich im Archiv gearbeitet und in einer historischen Dokumentation, die auch für externe Kunden geöffnet war. Ein solcher rief mich damals an:

Ich: „Stadtarchiv XY, Geser.“
Anrufer, männlich: „Hallo!“
„Grüezi.“
„Ich müsste Informationen haben über diese Brücke die-… und dann-… und deswegen-…, wissen Sie welche ich meine?“
„Ja. Schreiben Sie doch bitte eine Email an den Stadtarchivar, mit den Angaben die Sie schon kennen, dann können wir die Anfrage sofort bearbeiten und Ihnen die Dokumente bereitstellen.“
„Darf ich mal Ihr Alter raten?“
„Was? Äh… … das ist zwar völlig irrelevant aber ja okay.“
„23?“
„Nein.“
„25?“
„Nope.“
„28?“
„Okay, jetzt geht’s in die beleidigende Richtung.“
„17?“
„Sind sie-…? Was zum… Ich bin 20!“
„Ich habe natürlich gleich gemerkt dass Sie 20 sind, ich wollte nur ein Witzlein [ja, er hat „Witzlein“ gesagt] machen.“

Wie ich reagiert habe: „…“

Wie ich hätte reagieren sollen: „Dann hören Sie mal her. Sie sind angeblich ein Journalist, der für eine Zeitung arbeitet und sie ersuchen Informationen von mir, der Fachperson für Informationen. Die Sie brauchen. Fänden Sie es nicht auch respektlos, so behandelt zu werden, wie Sie mich gerade behandelt haben? Nein? Dann haben Sie ein Problem. Bitte belästigen Sie mich bitte nicht bei meiner Arbeit.“

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