Alltagssexismus: Karfreitag

schuhenanIn der Einleitung habe ich von einem Facebook-Posting gesprochen, das ich selber verfasst habe über ein persönliches Erlebnis. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, direkt damit anzufangen, obwohl es nicht das jüngste Ereignis war.

Mein Posting lautete folgendermassen:

Die Tatsache, dass mich ein junger Mann eben 300m nach Hause verfolgt hat und dann umgedreht ist, als ich im Haus war ist…
nicht gerade beruhigend.
‪#‎StelltsichrausVerfolgerabzuhängenistnichtmeineStärke‬

Ich verliess am Karfreitag kurz das Haus, um beim Restaurant um die Ecke einen Tisch für den Abend zu reservieren, weil es keine Telefonnummer hat (das Dorf ist sehr klein). Das Handy ließ ich kurz zu Hause liegen, ich werde ja höchstens 10-15 Min unterwegs sein.

Ich ging die vier Minuten zu Fuß dahin (das Dorf ist sehr klein), reservierte einen Tisch und ging dann zu Fuß wieder zurück. Ungefähr nach einer Minute hörte ich hinter mir eine Tür auf und zu gehen und ab da lief mir jemand hinterher. Da mich mein Weg durch Nachbarsiedlungen führte, dachte ich mir erst nichts dabei. Trotzdem vernahm ich, wie er immer näher kam, also tat ich das, was ich in solchen Fällen immer tu (also immer, wenn ich z.B. in der Stadt auf der Reeperbahn, oder Landungsbrücken etc. verfolgt werde), ich deute beim Überqueren einer Straße an, die Straßenseite zu wechseln. Dadurch kann man unauffällig einen Blick auf den Verfolger werfen (beim Checken des Verkehrs. Den es hier nicht gab. Denn das Dorf ist sehr klein.). Okay, junger Mann, 3-Tage-Bart, Haar, Jacken- und Hosenfarbe gemerkt, nur ca. einen halben Kopf größer als ich. Definitiv ein Fremder und kein Nachbar, denn ich kenn sie alle. Ich deutete also an die Straßenseite zu wechseln, ging dann kurz in der Straßenmitte (der Trick ist vor allem in Hamburg nicht ungefährlich! Hier ist Vorsicht geboten und – was bei Frauen, die nachts alleine unterwegs sind eigentlich selbstverständlich sein sollte – habt niemals, niemals, niemals Musik im Ohr dabei) und ging dann wieder auf meine Seite des Bürgersteigs zurück. Der Verfolger wechselte erfolgreich die Straßenseite. Soweit, so gut. Zeit für Trick zwei:
Stehen bleiben und sich überholen lassen.

Normalerweise prüfe ich in diesem Moment mein Handy, tätige einen Fake-Anruf oder kehre abrupt um, nach einem Handyblick – aber das lag ja zu Hause, ca. 20 m weiter (das Dorf ist sehr klein). Also bewunderte ich einen alten Porsche an der anderen Straßenseite und blieb kurz stehen, um eine Nachbarin, die im Garten arbeitete (und mit der ich im Leben noch nie ein Wort gewechselt habe) einen guten Abend zu wünschen.

Das half nichts. Der Typ blieb auch stehen und guckte auf sein Handy. Ich überlegte einen Moment, loszurennen, aber mein Haus war bereits in Sichtweite, das würde nichts bringen, er wüsste sowieso, wo ich wohne. Also ging ich weiter und klingelte an der eigenen Haustür.

Dann blickte ich mich kurz um, sah, dass der junge Mann (der auf der anderen Straßenseite mir gegenüber stehen geblieben war) gerade wegguckte und ging dann schnell rein.

Ich eilte ins obere Stockwerk mit einem Fenster zur Straße und beobachtete ihn noch dabei, wie er umdrehte, dabei jemanden anrief und denselben Weg zurück spazierte.

Na super.
Egal, was die Beabsichtigung des jungen Mannes war oder nicht und selbst wenn die ganze Sache ein Riesenzufall war, war es ein extrem unangenehmes Erlebnis. Und die Facebook-Reaktionen darauf leider auch:

Es fing ja mit

„Aber so ne Schnecke wie dich würd ich auch nach hause verfolgen.“

noch relativ harmlos an. Der Satz stammt von einem jungen Mann, ein Lacher von und für andere Misogynisten vielleicht, kann man aber gerade noch stehen lassen, auch wenn ich es alles andere als lustig finde, denn die Vorstellung ist ein Albtraum und ich bin mir recht sicher, dass ihm das in keinster Weise bewusst war, oder er es schlimmstenfalls tatsächlich für lustig hielt.

ich war´s nicht, ehrlich, bin zu alt für solchen Stress“

Hier nimmt die Creepyness schon Einiges zu. Dieser Spruch stammte ebenfalls von einem Mann (über 30) auf dem entfernteren Bekanntenkreis, der ein Forum miteinschliesst, dem ich seit 10-15 Jahren angehöre und von dem ich die meisten Mitglieder noch immer persönlich kenne und schätze. Ich werde ihn im folgenden Text „W.M.G.“ nennen, angelehnt an „W.M.A.“, meinem Lieblings- und leider immer noch horrend aktuellen Pearl Jam-Song.

„Kann ja auch ganz harmlos gewesen sein. So in der Art: Junger Mann läuft junger hübscher Frau nach.“

Die nächste Vermutung eines weiteren erwachsenen Mannes. Ich dachte, ich brauche es nicht ausschreiben, aber NICHTS am letzten Satz ist auch nur ansatzweise harmlos.

Um aber darauf hinzuweisen, wie unangenehm diese „ganz harmlose“ Art sein kann, schrieb ich

Am besten wäre ich einfach anschliessend gleich wieder raus gerannt, um ihn zurück zu verfolgen

Dies wurde vo W.M.G.-„zu alt für diesen Scheiß“-Typen (klar, die Geschichte war für meinen Verfolger bestimmt ungeheuer stressig, schon klar) gleich wieder beantwortet:

Äheeem, wenn junge Frau jungem Mann nachläuft , ist das wohl etwas anderes ? tempora mutantur

Oha, da habe ich einen Nerv getroffen. Wenn ich dasselbe Creepy-Beispiel einfach umdrehe, ist das plötzlich etwas ganz anderes.

Dazu fällt mir ein guter Satz ein, den ich kürzlich bei Tumblr angetroffen habe:

A man in a room full of women is exstatic
A woman in a room full of men is terriffied

Leider habe ich den Satz erst sehr kürzlich gelesen und deshalb dem Stressi Folgendes geantwortet:

Deine Begeisterung und Überzeugtheit altmodischer Rollenbilder macht mir langsam ein bisschen Sorgen

Dazu muss ich noch einwerfen, dass er beim Kommentieren anderer Beiträge auf FB bereits mehrere „Witze“ dieser Art und frauenfeindliche Zoten gebracht hat. Auch dort hat keiner etwas gesagt, mir inklusive, das liess ich jetzt miteinfließen.

Seine Antwort fiel schlimmer aus, als ich es mir hätte vorstellen können:

altmodische Rollenbilder ? Hmmm! Vor ein paar Monaten hat mich eine junge Frau, halb so alt wie ich, wochenlang bei der täglichen Busfahrt angebaggert. Sympathie , oder nur ein Spielchen ? Schließlich habe ich sie auf ein Tasse Kaffee eingeladen, da hat sie schnell die Notbremse gezogen. Schriftlich. Alles nur ein Mißverständnis meinerseits , würde zuviel reininterpretieren, kein Interesse , danke. Frauen dürfen solche Spielchen betreiben, ist ihr „Recht“ , tun es Männer ist es gleich „sexuelle Belästigung“ , was ? Wie verlogen sind Frauen eigentlich ? so wie jene , die sich möglichst nuttig kleiden und sich dann beschweren , wenn man8n) ihnen nachschaut – scheinheilig 1. Grades. Seid dankbar , daß wir Männer euch nachschauen, sonst würde die Menschheit aussterben

Noch bevor ich darauf etwas erwidern konnte (ich hätte in dem Moment auch gar nicht gewusst, ob ich zuerst auf sein absolut unpassendes Erlebnis eingehen sollte, auf die extrem sexistischen Vorurteile (und Vorwürfe! Mir gegenüber? Der Gesellschaft? What…) in der Mitte oder das garstige Ende des Textes eingehen soll.

Ein ehemaliger Vorgesetzter von mir, wies ihn erst einmal darauf hin, dass mein geschildertes Erlebnis „nichts – aber auch gar nichts – mit Flirt zu tun“ hat. Ein guter Freund und ebenfalls Ex-Kollege von mir fragte den Verfasser des verstörenden Textes, warum er mit seinen stumpfen Parolen versuchen würde, meinen Text zu relativieren. Genau diese zwei beschrieben Gefühle hatte ich auch. Deswegen fiel meine Antwort folgendermaßen aus (ich habe mir große Mühe gegeben, mich zivilisiert auszudrücken):

Dein Respekt vor einer anderen Person sollte nichts damit zu tun haben, was sie anhat und Frauen dürfen genau so mit Männern flirten wie umgekehrt, ohne dass Männer (zum Beispiel… offenbar du ;)) dadurch gleich das Gefühl haben, sie schulde ihm was. Vielleicht wollte sich die Dame im Bus einfach nur mit dir anfreunden. Du hast den Versuch aber auf eine sexuell- oder beziehungs-bezogene Ebene gezogen, auf der sie sich nicht wohl fühlte. Ist doch dann menschlich völlig nachvollziehbar „die Notbremse zu ziehen“ (der Begriff übrigens deutet auch etwas darauf hin, dass du es vielleicht übertrieben oder sie gar genötigt hast). Und (ich glaube gar nicht, dass ich das hier schreiben muss) jemandem nachzustellen oder jemanden zu verfolgen ist definitiv KEIN guter Weg, Kontakt zu jemandem aufzubauen. Und ich erlebe es leider auch immer noch ganz oft, dass Frauen viel zu viel Geduld haben / viel zu nett sind zu Männern, die sie eigentlich bedrängen oder belästigen, da ihnen das so beigebracht wurde. Es liegt aber nicht an den Frauen zu verhindern, dass sie belästigt werden, sondern an den Männern, Grenzen zu erkennen. Und nochmal: Gaffen / Starren / anzügliche Kommentare oder Nachstellen SIND KEIN KOMPLIMENT! Ernsthaft, was zum Teufel???

Er entgegnete Folgendes:

Die Frage ist doch : war es en „stalker“ ? Oder hatte er nur zufällig den gleichen Weg ? Man kann in harmlose Dinge ( siehe mein post) nach Ansicht Anderer viel hinein interpretieren. Allzuviel findet nur in der Fantasie statt, und man kann auch , auch beeinflußt durch reißerische Medien , überängstlich reagiern. in der Rechtslage gilt immer noch : in dubio pro reo ! Und bevor eine heiße Pfanne anwidert, sollte man erst mal nachdenken. Vermutlich war saras Erfahrung nur ein harmloses Mißverständnis ( siehe mein post ) nichts für ungur , aber man braucht nicht immer gleich das Schlimmste zu denken.“

Ab so viel – ja was ist denn das eigentlich? Verstrahltheit? Mansplaining? Gefängnisjargon? Ich kann es nicht einordnen – konnte ich mich nicht zurückhalten und antwortete dem W.M.G. Folgendes:

Ernsthaft? Du nimmst einen komplett Unbekannten in Schutz, der mich GANZ OFFENSICHTLICH verfolgt hat (1. lies einfach nochmal mein ursprüngliches Posting 2. habe ich das Gefühl du würdest ganz anders reagieren, wäre ich ein Mann, der dieses Erlebnis geschildert hat)? Aus welchem Grund würde man so etwas tun? Was ist los mit dir?

Die Frage ist nicht war er ein Stalker / Einbrecher / pot. Vergewaltiger (unwahrscheinlich, da Vergewaltiger in 89% Bekannte des Opfers sind) sondern warum zum Teufel folgt man jemandem nach Hause und dreht wieder um (siehe mein 1. Posting, nächstes Mal erst lesen, dann posten, bitte). Und anderer Leute Handlungen und Avancen sind keine „Interpretationsfrage“ – warum muss ich sowas überhaupt erwähnen? Das ist doch kindisch.

Es folgte eine W.M.G.-Antwort mit – Überraschung! – wenig Zusammenhang oder Sinn.

„Wo bitte war die rede von „sexueller Gewalt “ ? Bisher hat nur eine Frau erwähnt , daß ein Mann ( zufällig oder nicht ) den gleichen Weg genommen hat wie sie .Es gibt viele Gründe dafür, muß garnichts mit ihr zu tun haben. Bei allem Respekt , das nennt man auch „überreagieren“.“

Ich bin jetzt also plötzlich nicht mehr eine Bekannte, sondern „eine Frau“. Und ich überreagiere. Verstehe.

Ein Podcast-Kollege meldete sich, mit Vernunft. Zumindest meiner Ansicht nach.

„Ich weiß nicht, ob es Sarahs Intention war, aber ein solcher Post sollte zum Nachdenken anregen, dass ich manchmal als Mann – ohne es zu wollen – beängstigend auf eine Frau wirke: Ich denke mir gar nix dabei, wenn ich nachts wenige Meter hinter einer Frau durch die schummrige Unterführung laufe, ich muss halt in die gleiche Richtung. Der Frau mache ich aber vielleicht ungewollt Todesangst.

Daher: Kurz an der Bushaltestelle das Handy checken und 30 Sekunden später losgehen. Nebenstraße nehmen. Versuchen, vorweg zu gehen. All das bricht mir keinen Zacken aus der Krone, sorgt aber dafür, dass ein anderer Mensch ggf. keine Angst hat. Und das ist es schon wert und bringt mehr als dümmliches „Alles nur eingebildet“- oder „Frauen sollen doch froh sein, dass wir sie anschauen.“-Gelaber.“

Das ist ein extrem guter Einwand und meiner Meinung nach eigentlich generell ein sehr guter Tipp für die Männerwelt da draußen.Aber ich konnte es auch nicht lassen, auf W.M.G.s beleidigendes Posting zu antworten.

Würdest du deiner Frau oder Tochter dasselbe sagen? „Ach, der Typ, der dir nach Hause gefolgt ist, das war bestimmt nur Zufall, du überreagierst.“
Und muss ich überhaupt so etwas ausschreiben, damit du mein Erlebnis gleichermaßen respektierst wie das einer imaginären oder tatsächlichen (hoffentlich nicht BTW) Familienmitglieds?

Der letzte Halbsatz ist schon echt gemein und ich beleidige nicht gerne Menschen im Internet (siehe DJ Bobo…) ich bin so viel lieber nett, aber irgendwie konnte ich hier nicht mehr.

Der W.M.G. antwortete meinem Kollegen. Der ja auch ein Mann ist und nicht eine Frau, die überreagiert. Seiner Logik nach.

„genau auf diese Richtung wollte ich hinweisen, ist leider nicht gut angekommen. Bisher gibt es absolut keinen Hinweis auf eine böswillige Absicht des Betreffenden. Und sollte die Dame voreilig gar die Polizei einschalten, kann sogar , wenn sich die Sache verschärft, noch eine Retourkutsche wegen vortäuschen einer Straftat folgen. Also bitte , hinsetzen, entspannen“

Ah, okay, doch seiner Ansicht nach können also auch Männer überreagieren. Na, das ist doch schon mal was.

Der Ex-Kollege vom Anfang meldete sich daraufhin nochmal und schrieb ebenfalls etwas, was ich für sehr wichtig halte und so (meinen bisherigen Erlebnissen und Begegnungen nach) vielen Menschen nicht bewusst sein dürfte:

„Frauen wachsen in einer Welt auf in der sie regelmäßig geschehener oder zu befürchtender sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Wenn man sich die Missbrauchszahlen – das meiste davon in der Familie – anschaut ist das ein regelmäßiges Bedrohungsszenarium. Da auf so einen Post von Sarah so zu reagieren relativiert natürlich. So „Stell Dich nicht so an“. Das darf man so nicht hinnehmen denn das ist das Klima das sexuelle Übergriffe begünstigt“

Truer words were never spoken und das ist eigentlich eine gute Definition für „Alltagssexismus“; Ein regelmäßiges Bedrohungsszenario.

Ich bedankte mich bei ihm für sein Posting (und ich freue mich, hier im Beitrag erneut zu erwähnen, wie wichtig mir dieser kurze Beitrag und die Formulierung war) und fügte hinzu:

Nicht alle Männer belästigen Frauen, aber alle Frauen wurden in ihrem Leben schon belästigt, unabhängig davon, ob sie es gemerkt haben, oder nicht.

Der Podcast-Kollege fügte dem etwas Wichtiges hinzu:

W.M.G., es ist deswegen nicht angekommen, weil du exakt in die gegenteilige Richtung argumentiert hast. Statt zuzugeben, dass der Typ sich einfach dumm verhalten hat, hast du dümmliche Machosprüche à la „Ach, die ollen Weiber sind doch alle selbst schuld!“ rausgauhen. Das ist lehrbuchartiges Victim Blaming.

Ganz genau das ist es auch und ich hätte es selber nicht passender ausdrücken können.

Ich brachte daraufhin als Beispiel einen Fall, bei dem ich tatsächlich die Polizei gerufen habe (dieser verdient aber einen eigenen Blog-Beitrag, befürchte ich). Leider war das von meiner Seite aus nicht sehr schlau, denn für den W.M.G. machte deshalb plötzlich „alles einen Sinn“ und war plötzlich „in dem Fall verständlich“, sprich; Meine Überreaktion. Ich hätte vorhersehen müssen, dass ihn seine beschränkten Gedankengänge dahin führen, habe in dem Moment leider nicht daran gedacht. Der W.M.G. formulierte es in Form von Fragen.

sarah – könnte das der Grund für Ihre Reaktion sein ? daß sie sich auf Grund dieses Vorfalls verängstigt fühlen ? In solchem Fall verständlich.Dennoch haben sie bisher keine Beweise , es sei denn , sie hätten den gleichen Mann erkannt. In diesem Fall rate ich sogar , die Polizei einzuschalten.

mir war leider die Vorgeschichte nicht bekannt. Nun sieht die Sache aber völlig anders aus als zuvor. Bei dem Mann , der Ihnen folgte , könnte es sich nun um einen Freund des Betreffenden handeln , was für einen Revangeakt sprechen könnte. Ich muß mich also für meinen Vorwurf der „Überreaktion“ entschuldigen und die Situation von anderer Warte aus beurteilen. Jetzt sollten sie sich ganz ernsthaft mit der Polizei in Verbindung setzen.

So, tatsächlich hat die bloße Beschreibung eines Falles, in dem ich die Polizei gerufen habe (und der sehr „glimpflich“ ausging BTW, dazu auf jeden Fall später mehr) nicht nur für eine komplette Kehrtwende bei W.M.G.s Victim Blaiming gesorgt, sondern ihn dazu gebracht, sogleich eine beliebte Hollywood-Film-Trope mit ins Spiel.

Hier ist mir unglücklicherweise der Kragen geplatzt.

Okay, argh. Ich habe das Beispiel nicht gebracht, damit du ALLES darauf beziehen kannst, aber ich hätte schlau genug sein müssen um zu wissen, dass du das tun würdest. Tatsächlich sieht NICHTS anders aus, als zuvor. Ich bin dieselbe Person wie vor 2 Wochen. Die Polizei wegen eines Vorfalls zu rufen, veränderte nicht mein komplettes Leben, du lustiger Vogel. Und (vielleicht merkst du es wirklich gerade nicht) du relativierst schon wieder den Vorfall von gestern aktiv mit irgendeinem Bullshit!

Deshalb lass mich kurz deine Fragen von deinem vorletzten Kommentar beantworten.
Dabei tu jetzt einfach mal so, als wärst du so dumm, wie du denkst ich bin, anhand deines Umgangs mit mir:
– Nein.
– Nein, das hat nichts mit dem Vorfall zu tun, ich war auch vorher schon sensibel auf Belästigungen.
– Nein, es ist „in dem Fall“ nicht verständlich, ES SOLLTE IN JEDEM MÖGLICHEN FALL VERSTÄNDLICH SEIN, darum geht’s doch!
– Seit wann braucht man Beweise um sich verfolgt zu fühlen? WTF?!
– Nochmal, für wie dumm hältst du mich eigentlich und tust du das nur, weil ich eine Frau bin? Denk mal darüber nach.

Auf diese Antwort hin folgte eine kryptische Schlussnachricht:

tja ,Sarah, tut mir leid , daß das so läuft, aber ich denke , inzwischen blicke ich durch. Und damit erübrigen sich für mich weitere Kommentare, denn : wären die Kommentare ehrlich gehalten, würden sie Ihnen nicht gefallen, wären sie höflich gehalten , müsste ich die Unwahrheit posten. Guten Tag.

Das „tut mir Leid, dass das so läuft“ hätte ich gerne darauf ausgelegt, dass ihm langsam bewusst wird wie omnipräsent die „Rape-Kultur“ in seinem Leben ist oder er sogar beginnt Empathie zu empfinden für Frauen, die auf tagtäglicher Basis dem Alltags-Sexismus zum Opfer fallen.

Leider schreibt er am Schluss, dass ihm außer Unhöflichkeiten (an dieser Stelle fragt sich allerdings auch, welchem Grad von Höflichkeit er seinen bisherigen Gesprächsverlauf zuordnet…) zum Thema nichts mehr einfällt.

Das jedenfalls ist nur eins meiner vielen Erlebnisse mit Alltags-Sexismus.

[ Den kompletten Unterhaltungsstrang mit allen Nachrichten könnt ihr nur nachlesen, wenn ihr mit mir auf Facebook befreundet seid, schickt mir gerne eine PN, falls von euch aus Interesse oder Gesprächsbedarf besteht. ]

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