Stuff You Didn’t Know: Ist Kevin allein zu Haus Jigsaw?

kevinteaserDie Weihnachtszeit steht vor der Tür und mit ihr die alljährlichen Weihnachtsklassiker, die in der Heavy Rotation der europäischen Kabelkanäle ihre Runden drehen. Ihr wisst schon: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Eine schöne Bescherung“, „Des Königs Admiral“, „Sissi“, „Gremlins“ und natürlich „Kevin – Allein zu Haus“ von Chris Columbus aus dem Jahr 1990.

Der Klassiker dreht sich um Kevin McCallister – gespielt von Maculay Culkin (den ich zuvor nur als Ri¢hie Ri¢h kannte) der die Weihnachtsferien alleine zu Hause verbringt, weil ihn seine Familie, die nach Paris gereist ist, vergessen hat. So ist das wohl bei Reichen. Bei der Urlaubsplanung muss man ja an so viel denken, da geht das eigen Fleisch und Blut schon gerne mal vergessen.

Ich kenne kaum eine Person, die diesen Film seit dem Release vor 24 Jahren, nicht mindestens einmal gesehen hat. Aber wusstet ihr, dass der Film von November 1990 bis Februar 1991 in den USA auf dem ersten Platz des Box Offices saß? Noch vor „Chucky 2“, „Zeit des Erwachens“, „Leon“ (der mit Jean-Claude Van Damme), „Drei Männer und eine kleine Lady“ und Disneys „Bernard und Bianca im Känguruhland“. „Jedes Kind in Amerika wollte „Home Alone“ 63 Mal sehen“, sagte Wall Street-Analyst Manny Gerard in einem im Oktober 1991 veröffentlichten New York Magazine-Artikel über Disneys damaligen Krampf mit dem Box Office.

„Kevin – Allein zu Haus“ brachte Maculay Culkin internationalen Ruhm auf „Ich häng in meiner Freizeit mit Michael Jackson ab“-Niveau. Der Film ist mit der polnischen Weihnachtszeit sogar so eng verknüpft, [ dass es 2010 sogar zu Volksprotesten kam], als der Kanal mit den Rechten an „Home Alone“ verkündete, dass der Film nicht gezeigt wird.

Der kulturelle Einfluss von „Kevin – Allein zu Haus“ ist also nicht von der Hand zu weisen. Aber dieser Film hat noch ein weiteres Vermächtnis – ein düsteres Vermächtnis.
Do you want to play a game?

[Grantland Autor Jason Concepcion] hat jahrelang an einer Theorie herumstudiert und -recherchiert, über diesen und einen anderen Film. [Deswegen hat er kürzlich in einem Artikel festgehalten], dass er sich jetzt komplett sicher ist:
„Kevin – Allein zu Haus“ ist die Ursprungsgeschichte von Jigsaw, geboren John Kramer (ganz offensichtlich ein Deckname), dem berüchtigten Serienmöder und Serienmöder-Mentor aus der „Saw“-Filmreihe.

In den Filmen „Kevin – Allein zu Haus“ und „Kevin – Allein in New York“ zeigt Kevin Wut-Management-Probleme, eine Neigung zu gewalttätigen Fantasien und voyeuristische Tendenzen, kombiniert mit einem Fetisch für Video-Aufnahmen.

• Kevin ist geradezu fasziniert von seinem Nachbarn „Mister Marley“, nachdem er erfährt, dass Marley womöglich ein Serienmöder ist, der seine Opfer mit einer Schaufel erledigt. Dabei ist er besonders besessen vom Gedanken, dass Mister Marley seine Opfer einsperrt und mumifiziert.

• Am Anfang von „Home Alone“ erfährt Kevin dass seine Familienbande seine geliebte Pizza aufgegessen hat. Sein älterer Bruder Buzz macht sich deshalb über ihn lustig und als Kevin’s Cousin Fuller mit der schwachen Blase und einer Product-Placement Pepsi das auch noch lustig findet, verfällt Kevin in Rage und greift seinen Bruder an. Buzz bringt zwar einiges mehr an Kampfgewicht mit, doch die Kraft von Kevins Attacke drückt den Jungen heftig gegen den Küchenschrank.

• Später bestellt Kevin seine eigene Pizza und bedroht den Lieferanten mit dem Tod, in dem er Gesprächs-Schnipsel von einer Videokasette abspielt, die den Teenager glauben lassen, er werde gleich erschossen. Was danach folgt, ist nicht weniger unheimlich.

• In „Kevin – Allein in New York“ nimmt Kevin ein Video auf von seinem Onkel Frank unter der Dusche, um später die Hotelangestellten damit zu erschrecken.

• Kevin erlebt am laufenden Band realistische visuelle und auditive Halluzinationen. So erwacht zum Beispiel der Ofen im Keller als Monster zum Leben.  Dieses Symptom seiner Psychose wird später maßgeblich für seine Methodik in den „Saw“-Filmen.

Ist das das Verhalten eines wohlerzogenen Kindes?
Vielleicht.
Aber wenn man die ausgefeilten „Home Made“-Fallen, die Kevin den Einbrechern stellt, mit den perfiden Todes-Fallen von Jigsaw vergleicht, gewinnt diese Theorie noch mehr an Fuß.

Zum Beispiel spielt Kevins Halluzination des Ofen-Monsters mit Metall-Gebiss später eine wichtige Rolle in seinem späteren Werk als Jigsaw, denn er benutzt einen ähnlichen Gegenstand, um Amanda in „Saw“ zu foltern.

In „Saw II“ rekonstruiert Kevin/Jigsaw den Keller aus seiner Kindheit, sogar das Ofen-Monster fehlt nicht. Jigsaw platziert Gegengift in einem Ofen, um das Opfer hinein zu locken. Wenn dieses nach dem Gegengift greift, schliesst sich die Ofentür und das Opfer wird lebendig verbrannt.

Bermerkenswert ist laut Jason Concepcion auch die Tatsache, dass fast alle von Kevins Haus-Verteidigungs-Mechanismen vom Opfer ausgelöst werden, genau wie die Fallen von Jigsaw. Und von Anfang an nutzte Kevin/Jigsaw Feuer, um sich seiner Opfer zu entledigen. Kevin sorgt dafür, dass sich Harry die Hand verbrennt, als der Mann nach dem glühenden Türknopf greift und das Öffnen der Tür triggert einen Schweißbrenner, der den Kopf des Diebes versengt.

Szenen aus „Kevin – Allein zu Haus“  oder „Saw“?
Entscheidet ihr.

Weitere Ausbrüche von Kevins mörderischen Neigungen zeigt Jigsaws Falle mit dem [entzündbaren Gel], welche Kevins frühere Beschäftigung mit den Themen „Feuer“, „Keller“ und „Leute auf Glasscherben laufen lassen“, kombiniert.

In „Saw II“ nutzt Jigsaw eine elektrisierte Treppe mit klingen, die die Beine des SWAT-Teams verletzen, als diese versuchen den Killer zu fassen. Eine ursprüngliche Version dieser Falle gab es in „Kevin – Allein zu Haus“, wo Kevin die Treppe in den Keller mit Teer und Nägeln versieht, was zu einer schlimmen Fuß-Verletzung bei Marv führt.

Was auf den ersten Blick wie ein unschuldiger und schelmischer Bubenstreich wirkt, den ein Junge nutzt, um sein Haus und sein Leben zu verteidigen, ist in Wahrheit ein kaltblütiger und wiederholter Doppelmordversuch.

2012 wurde Dr. Ryan St. Clair des Weill Cornell Medical Colleges beauftragt, [die Verletzungen, die Harry und Marv von Kevin McCallister zugefügt wurden zu untersuchen].

Zur Situation als Marv an der Lichtschnur zieht und ihm ein Bügeleisen ins Gesicht schlägt, sagt der Doktor Folgendes:

“Wenn man bedenkt, dass die Distanz zwischen dem ersten Stockwerk und dem Kellerboden ungefähr 4,5 m beträgt, ein handelsübliches Bügeleisen etwa 2 kg wiegt und dieses Marv direkt in die Mitte des Gesichtes trifft, kann das schwerwiegende Auswirkungen auf die Knochenstruktur im Gesicht haben. Es würde ausreichen, um die Knochen rund um das Auge herum zu brechen und kann zu einer bleibenden Verunstaltung des Gesichts führen, sowie zur Beeinträchtigung des Sehvermögens, wenn die Verletzung nicht korrekt behandelt wird.”

Zum heiß-glühenden Türgriff sagt der Doktor:

“Wenn der Türknopf bereits sichtbar rot leuchtet im Dunkeln, ist er bereits auf ungefähr 400° C erhitzt, die Harry für gute ein bis zwei Sekunden fest mit der Hand greift. Zum Vergleich; eine Sekunde Kontakt mit 70° C heißem Wasser reicht aus, um zu Verbrennungen dritten Grades zu führen. Die Temperatur des Türgriffs ist nicht heiß genug, um Harrys Hand in Flammen zu setzen, aber sie ist nicht weit davon entfernt… Nehmen wir an, dass Harry die Hand nicht komplett verliert, drohen ihm das hohe Risiko für Infektionen und die sogenannte „Kontraktur“, durch welche das Hautgewebe an Flexibilität und Bewegungsmöglichkeit verliert. Hier hat sich meiner Meinung nach Kevins „Haus-Verteidigung“ in pure Boshaftigkeit verwandelt.“

Zum Schweißbrenner:

“Harrys Reaktion auf den Schweißbrenner, der ihm den Skalp verbrennt, ist interessant, denn anstatt sich aus der Gefahrenzone herauszubegeben, bleibt er mehrere Sekunden direkt im Feuer stehen. Was mit einer Verbrennung zweiten Grades hätte enden können, wird dadurch zu einer ausgewachsenen Brandwunde, die eine lokale Nekrose des Calavariums (Schädelknochen) zur Folge haben kann. Das bedeutet, dass das Haut- und Knochengewebe von Harrys Schädel so stark beschädigt wurde, dass sein Schädelknochen verrottet ist und somit ein Transplantat benötigt.“

Vielleicht seid ihr – trotz der krassen Ähnlichkeit von Kevins und Jigsaws Modus Operandi, Kevins offensichtlicher mentaler Instabilität, der Vorliebe für Gewalt, dem geteilten Hass auf die Polizei und deren verdrehtes Moralverständnis – noch nicht davon überzeugt, dass Kevin Jigsaw ist.

Wie erklärt ihr euch dann die ganz offensichtliche Ähnlichkeit zwischen dem jungen Kevin und dem kränkelnden Jigsaw? Dieselben Augen, derselbe milchige Hautton, dasselbe Kinn, die selben schmalen Lippen?

Und wem das immer noch nicht reicht, für den hat Jason Concepcion sich den Film Frame für Frame angeguckt und nach Hinweisen durchsucht. Und er hat etwas gefunden, das ihm selbst heute noch die Haare zu Berge stehen lässt. Da, genau in der Szene, in der Kevin realisiert, dass er alleine zu Hause gelassen wurde, geht er in den Keller und noch bevor die Halluzination mit dem Ofen-Monster einsetzt, hat Jason „Es“ gefunden:

Fall geschlossen.

[ QUELLE ]

2 Antworten zu “Stuff You Didn’t Know: Ist Kevin allein zu Haus Jigsaw?

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