Ein Tag im magischen U.S.-Wunderland

abeteaser

Am nächsten glaube ich, waren wir alle drei recht früh wach. Wir verabredeten uns mit Mami und Papi zum Frühstück im Hoteleigenen Restaurant (wo Pascal und ich schon gestern gegessen hatten).

Ich entschied mich erneut für die Blueberry Pancakes, because why the fuck not. Beim Frühstück erstellen wir mithilfe einer Touristen-Karte des Hotels einen Schlachtplan. Erst mal Lincoln Memorial und National Mall und dann schauen wir weiter. Exzellenter Plan!

Wir bestellten ein Taxi und liessen uns direkt zum Lincoln Memorial bringen. Das kostete ca. 7 USD. Dort machten wir die üblichen Touri-Fotos.

Dann spazierten dann einen merkwürdig riechenden künstlich angelegten Teich oder Brunnen enlang zum nächsten Denkmal: Dem National World War II Memorial.


„HIGH FIVE!!!“ „High five.“ „High Five.“ „High Five.“ „OMG, I’m outta here thxbai.“

Dort überquerten wir die Straße und spazierten zum Washington Monument. Gestern sind wir ja nicht den ganzen Weg bis zum Obelisken hoch gegangen, da die Festivitäten, die vor dem Weißen Haus stattfanden gerade aufgelöst und der Zutritt zur Front wieder erlaubt worden war. Jetzt war ich hier und durfte ihn antatschen.

Vom Obelisken aus ging es weiter die National Mall runter, in Richtung Kapitol, das nicht ebenfalls „das weiße Haus“ genannt wird, womit ich es oft verwechselt habe. Zum Beispiel in „Independence Day“. Egal. Eigentlich wollte ich gerne das Eine oder andere Museum an der National Mall besuchen, wie das Smithsonian National Museum of Natural History oder die National Gallery of Art, aber wir hatten den Spaziergang-Schrägstrich-Fußmarsch ziemlich stark unterschätzt und ich war jetzt schon zu erschöpft, noch Umwege zu gehen, geschweige denn, mich auf die Ausstellungsstücke zu konzentrieren.

Endlich am United States Capitol angekommen fand dort gerade eine Kundgebung statt und der Start eines Staffellaufs (mit Fackel!). Leider habe ich selbst mit Hilfe von Google nie herausgefunden, was das für ein Event war, aber es sah hochoffiziell aus und alle Läufer trugen dunkelblaue T-Shirts. Die Kundgebung oder Rede wurde von einem hochdekorierten Militär-Official gehalten. Danach ging das Rennen los und alles wurde in Windeseile abgeräumt. Wir waren ganz froh über das kurze Päuschen.

Pascal lotste uns in die Richtung der nächsten Metro-Station. Hungrig erreichten wir das Administrations- und Finanzviertel und schlugen uns weiter durch bis zur ersten Wohngegend an der U-Bahn-Station, die über ganz viele Restaurants (vermutlich für die ganzen Geschäftsleute aus der Capitol-Umgebung) verfügten. Wir entschieden uns für das [ Bullfeathers ], das im Lunch-Menü leckere Sandwiches und Burger anbietet.


Super Cheese Signature Sandwich <3 Leider fehlt schon 1/3, weil Hunger.

Beim gediegenen Mahl überlegten wir uns schon unsere nächsten Schritte. Ich wollte eigentlich gerne den Bahnhof sehen, die [ Union Station ], Georgetown und das Pentagon und da das Pentagon und der Arlington-Friedhof an derselben U-Bahn-Linie liegen, entschieden wir uns dafür.

Kaum raus aus der Metro-Station (das U-Bahn fahren war mit der ganzen Familie übrigens teuerer, als das Taxi, ich weiß, zwar nicht mehr genau, wieviel wir insgesamt für die 10 Stationen mit der [ Blue Line ] bezahlt haben, aber ich komme später darauf zurück) fand man sich schon inmitten der Grabstätte wieder. Wir spazierten bis zum Welcome Center und begaben uns dann ein bisschen in den eigentlichen Friedhof hinein, kehrten aber bald wieder um. Es ist kein glücklicher Ort. Arlington ist zwar wahnsinnig beeindruckend aber auch irgendwie… schwer. Wir hatten genug gesehen.

Zurück zur Metro lösten wir erneut Tickets. Wir kamen wieder auf 14 Dollar für eine Station, für fünf Personen. Taxi-fahren kann nicht viel teurer sein. Das Pentagon hielt, was es versprach. Irgendwie wollte es die ganze Familie gerne sehen. Einfach mal da gewesen sein. Uns ist bewusst, dass es nur ein Gebäude ist und kein Publikums- und Freizeitverkehr zugelassen ist. Aber alleine das darum herum schreiten und auskundschaften hat bei uns den Eindruck hinterlassen, dass dies ein wichtiges Gebäude ist.

Das Memorial haben wir uns ebenfalls angeguckt, das sieht bei Nacht aber bestimmt besser aus, da es eine Licht-Wasser-Konstruktion ist. Von da aus beschlossen wir, als Nächstes nach Georgetown zu fahren. In Georgetown soll es nicht nur eine wunderschöne Einkaufsstraße geben, sondern auch die in den USA bekannteste Cupcake-Bäckerei. Pascal hat uns davon erzählt, dass viele Leute aus der ganzen Welt, die an der Virginia Tech studieren nur wegen der Cupcakes einen Ausflug in die Hauptstadt machen wollen. Solche Cupcakes sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, dachten wir.

Wir hatten Glück und fanden ein Taxi am Taxistand und wir hatten noch mehr Glück damit, dass sich der Fahrer breitschlagen ließ, uns illegal alle mitzunehmen (wir saßen zu sechst in einem Auto für fünf Personen). Die Taxifahrt wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Washington ist unglaublich schwierig zu beschreiben. Wir fuhren an uralten Universitäten oder Instituten vorbei mit Yacht-Häfen am Fluß und zugleich an heruntergekommenen Hochhäußer-Bauten, die in den Hügel eingepflegt waren, dass sie eher an Brasilianische- oder asiatische Großstäde erinnerten. Es war eine hochinteressante Strecke und in Georgetown fuhr er uns bis vor die Tür der Bäckerei.

Natürlich war diese aber völlig überlaufen und die Schlange reichte bis nach draußen und den Hügel hoch. Also keine Cupcakes, wir finden schon was anderes zum Snacken.

Die goldene Kuppel der [ PNC Bank – Georgetown University ] legten wir als Treffpunkt fest, falls wir uns verlieren oder jemand eigene Wege gehen möchte. Schlussendlich blieben wir aber immer zusammen, schauten uns gemeinsam den [ Dean & DeLuca Food Market ] an, kauften in einem Vans-Geschäft coole neue Schuhe für Nick und teilten eine Portion Schokolade-Erdbeeren von Godiva.

Allerdings waren wir alle schon recht am Ende. Körperlich waren wir total erschöpft. Deshalb suchten wir nach einem Café oder einer Bar, wo man vielleicht ein Bier oder so trinken könnte und stießen stattdessen auf einen geheimen Spazierweg, der den Kanal entlang führte (siehe [ KARTE ], letzter Stern).

Danach waren wir aber endgültig geschafft und steckten Mami und Papi in ein Taxi, Pascal, Nicolas und ich nahmen dann das Zweite. Angekommen im Hotel zog Pascal gleich nochmal los, zur Radioshack um die Ecke, um für Mama eine neue Speicher-Karte für ihre Kamera zu kaufen.

Ich verbrachte die Zeit bis zum Abendessen im Hotelrestaurant unten damit, mich in Schale zu werfen und die Füße etwas hochzulegen.

Das Restaurant nennt sich [ Rural Society ] (nicht „Rural Juror“) und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Hummer gegessen. Aber auch nur, weil mein Mami einen halben Hummer bestell hat und ich nicht wollte, dass die andere Hälfte umsonst stirbt. Es war unbeschreiblich lecker, muss ich zugeben. Ich werde es in meinem Leben vermutlich nie mehr bestellen, aber ich habe es probiert und wahnsinnig genossen.

Nach dem Essen begab ich mich auf unser Hotelzimmer, um schon mal zu packen und mich bettfertig zu machen, während ich „The Amazing Race“ schaute. Mami, Papi, Pascal und Nick haben sich ein Taxi zum Lincoln Monument genommen, um es noch einmal in der Nacht mit Beleuchtung zu sehen. Ich war kaputter als kaputt, deswegen zog ich es vor, mich hinzulegen. Sie waren schnell zurück, da es leider geregnet hatte und die Sicht suboptimal war. Das tat mir sehr Leid. Spät war es trotzdem noch nicht und wir halfen Nick noch beim Packen, da wir Morgen früh alle früh aus den Federn mussten.

Diese Nacht schauten wir keinen Film.

. . . : : : K A R T E : : : . . .

Der heutige Tag in [ KARTENFORM ] klickt euch mit dem Navigations-Button oben links durch den kompletten Tag. Sternchen sind Sehenswürdigkeiten, Rauten markieren die Wege, die wir genommen haben und die Punkte, nun ja…:

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