Mein Spielejahr 2013

2013spiele

Eigentlich habe ich das Gefühl, dieses Jahr aufgrund beruflicher Auslastung so wenig gespielt zu haben, dass es sich gar nicht lohnt, darüber zu bloggen. Das tut es aber doch, denn die wenigen Spiele, die ich gespielt habe, waren ungeheuer gut, spannend, zeitaufwändig oder sogar einfach nur… wichtig. Für mein Leben. Davon abgesehen habe ich ja sowieso immer was zu erzählen und dieser Blog nennt sich immer noch „Gameblog“ – also los! (Das mega hässliche Banner habe ich übrigens selbst gebastelt)

2013dragonMein Spielejahr 2013 begann mit einer Katastrophe. Obwohl Dragon’s Dogma schon 2012 erschienen ist, kam ich erst Anfang Jahr zum ersten Mal damit in Berührung. Darüber getwittert habe ich auch ganz fleißig, denn das Spiel hat sich SOFORT aber wirklich SOFORT in die Mitte meines Herzens katapultiert, denn begrüßt wird man mit dem absolut fantastischen Soundtrack von B’z, Inon Zur und Tadayoshi Makino. Nun, ein Spitzensoundtrack macht natürlich noch kein Spiel und ich habe bestimmt 1-2 Stunden gebraucht, um mich mit der Steuerung abzufinden, aber ab da war es ein ungeheuer – Entschuldigung – geiles Abenteuer! Locker 200 Stunden habe ich die Welt erkundet, Dungeons gesäubert und die Gegner in den hintersten Löchern aufgespürt, um mit Level 59 vor der Tür zum letzten Gegner zu enden. Ich überprüfte noch mal meine Ausrüstung, die war Top-Notch und klopfte dann an die Tür zum Urdrachen, den es jetzt noch zu besiegen galt. Das Spiel geht danach zwar noch weiter bzw. man kann es weiter spielen, mit neuen Gegnern, doch die Story endet da. Nun für mich endete sie aber viel mehr, als für alle anderen, denn anstelle des Ladescreens kam eine Meldung: Der Spielstand kann nicht geladen werden. Wie jetzt? Tatsächlich bedeutete diese unschuldige Meldung, dass mein Spielstand kaputt gegangen ist. Natürlich hatte ich ihn nicht auf einer zusätzlichen Karte gespeichert, warum auch? Warum sollte so etwas passieren? Ich war kurz davor, im richtigen Leben in Tränen auszubrechen. Es ging mir nicht darum, den Endgegner nicht besiegt zu haben – ich beende ja kaum ein Spiel und hab, was das angeht, auch keine Ambitionen. Es ging mir darum, dieses wundervolle hübsche Wesen verloren zu haben, dessen Charakter und Fähigkeiten ich so wunderbar geformt habe, sie war rothaarig, nett, streckte jeden Gegner mit Pfeil und Bogen nieder und war dabei auch noch verdammt gut gekleidet. Ihre Begleitung Thane – auch „superheißer Jesus-Man“ genannt, lag mir ja auch am Herzen! Mein Herz war gebrochen, ich war am Ende. Klar tat ich erst mal in allen sozialen Netzwerken meinen Unmut kund. Leider finde ich die Twitter- und Facebook-Mitteilungen gerade nicht, aber ich versichere euch, sie waren herzerweichend. So dachte auch ein guter Freund und Bro von mir, der zu der Zeit bei Capcom arbeitete. Er hat mein virtuelles Geflenne gehört und hat mir im Frühjahr eine Botschaft aus dem Himmel zukommen lassen: „Dragon’s Dogma: Dark Arisen“ – die neue günstigere Vollversion mit den Add-Ons Inklusive, die ich mir so oder so geholt hätte. Ich habe erneut 100 Stunden in das Spiel investiert – diesmal gab es sogar 10 neue Frisuren und ich war einiges schneller! – und habe das Abenteuer zu Ende gebracht. Deshalb kann ich jetzt zum ganz ehrlichen Fazit kommen: „Dragon’s Dogma“ ist eins der besten Spiele mit der schlechtesten Story, die ich je gespielt habe und sollte es dazu jemals eine Fortsetzung geben, würde ich mir die auch 2 Mal holen, keine Frage.

2013bioshockAm Ende meines ersten Durchlaufs von „Dragon’s Dogma: Dark Arisen“ stand auch schon der erste große Blockbuster des Jahres vor der Tür. Eigentlich wollte ich mir das Spiel am Release-Tag sofort holen, in der tollen Version mit dem Notizbuch (ich sammle ja Notizbücher), doch ich schaffte es nach der Arbeit nicht, zu Saturn zu rennen. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass dort die Notizbuch-Versionen innert kürzester Zeit vergriffen waren. Tja, hätte ich nicht den besten Mann der Welt zu Hause, der sich selbst die PS3-Version und mir die Xbox-Version MIT Notizbuch geholt hat, hätte ich es an dem Wochenende nicht spielen können. Wir beide haben es durchgespielt und ich war zuerst durch, da ich als alter Bioshock-Fan mit Shootern auch ein bisschen besser zurecht komme, als mein Japano-RPG-affiner Freund. Tatsächlich fand ich die Story des Spiels okay (abgesehen von derben Plotholes) und das Ende – nun ja, sagen wir mal ich war jetzt nicht so wahnsinnig davon geflasht und fand es nicht so unglaublich klug, wie andere. Was mich am Spiel außerdem ein kleines bisschen störte, war, dass es sich nicht wie Bioshock anfühlte. Die Welt war mir tatsächlich ein bisschen zu Happy-Cappy-Eierkuchen – selbst „Dishonored“ hatte eine bedrückendere Atmosphäre. Nun, es ist ein erstklassiger Shooter, der selbst Shooter-Noobs wie mir unglaublich viel Spaß macht, er hatte spannende Charaktere und eins der nervigsten End-Battles meiner persönlichen Spielegeschichte. Dass ich das angemerkt habe, führte dazu, dass man mich im Internet schnell einen Hater schimpfte und man sagte, ich würde das Spiel nur schlecht finden, weil es alle anderen gut finden. Erstens Mal: Jeder, der mich auch nur annähernd kennt (das schließt schon mal einen Großteil aller Menschen im Internet aus), weiß, dass ich so etwas nicht mache und Sachen lieber ein bisschen zuviel liebe, als zu wenig. Über die Schwächen kann ich ja auch hinweg gucken, ich möchte ja alles lieben und das Spiel hat mir so als Wochenende-Ausflug ja auch gut gefallen, es ist nur kein Bioshock, sondern ein Bioshock-ähnlicher Shooter. Die Welt gefiel mir unglaublich gut und das Charakter-Design, deswegen habe ich mir auch ganz geschwind den Strategy-Guide zum Spiel geholt, mit dem Schlüsselanhänger, der mich seither begleitet. Und ein bisschen habe ich mich in Rosalind Lutece verliebt – aber nicht so stark wie in den Hauptcharakter des nächsten Spiels:

2013ninokuni

„Drippy! Drippy! Knickers! Knickers!“ schallt es manche Nächte durch meine Träume. Es sind schlimme Träume von entführten Littlies und bösartigen Magen-Tentakeln. Ich rede vom wunderschönsten und fantastischsten und emotionalsten Spiel des Jahres: „Ni No Kuni“. Das Spiel spielt nicht nur in meinem persönlichen Leben (LOL wie das schon klingt) eine gigantische Rolle, ich habe auch lange darauf gewartet und als es endlich bei mir zu Hause ankam, trat auch schon der erste Downer auf: Ich hatte mir im Herbst 2012 die Wizard’s Edition für 89.99 EUR bestellt. Tatsächlich hätte ich am besten zwei Exemplare bestellt, als ich am Erscheinungstag nämlich noch mal den Preis prüfte, ging dieselbe Version bereits für 170 EUR und drüber weg. Ärgerlich und schade, aber naja, was soll man tun. Ich freute mich riesig über meinen Plüsch-Drippy und das schönste Buch, das wohl jemals erschienen ist. Das Spiel selber war tatsächlich noch besser! Die Story – wunderschön! Die Charaktere – Absolut genial! Die Welt – Hinreissend! Das Ende – sehr plötzlich.
Ich weiß, ich könnte jetzt abschweifen und darüber schreiben, wie abgehärtet man doch früher war, als man auf den ersten Nintendo Konsolen ein „Donkey Kong Country“ ohne Wenn und Aber einfach durchgespielt hat. Ich habe in „Ni No Kuni“ meinen ersten unüberwindbaren Rage-Quit erlebt und das beschämt mich bis zum heutigen Tag. Ein Tentakelmonster hält die Littlies (Baby-Elfen) im Magen ihrer Mutter gefangen und ich schaffe es nicht, das blöde Ding zu besiegen. Weiter grinden kann ich nicht, die einzigen Kreaturen, die ich noch erreiche, sind Level 8 und ich etwa Level 15 – es hat keinen Zweck. An meiner Taktik liegt es bestimmt auch nicht, ich habe mir auch schon zahlreiche Walkthroughs angesehen und die haben es alle genau so gemacht und gewonnen. Tja und an einer angeblichen Abneigung meinerseits gegenüber Herausforderungen liegt es auch nicht, denn ich liebe Gegner, für die man auch mal 10-20 Minuten investiert, so auch die Gegner davor, das gehört halt zum Spiel dazu. Aber beim (ungelogen) 10. Anlauf, bei dem ich es auch nur schaffte, stundenlang zu überleben, aber nicht, der Kreatur wirklich Schaden zuzufügen. Es tut mir so unendlich Leid, ich habe auch schon monatelange Pausen hingelegt und es dann noch mal versucht, aber ich stecke fest. Und bis mir einer sagen oder zeigen kann, wie man dieses dämliche Ungeheuer besiegt, bleibe ich auch stecken. End of Story. Oh, „Ni No Kuni“ – warum nur?

2013pokemonEigentlich kam ein Spiel noch vor diesem, aber das möchte ich mir für das Ende aufsparen. Im Frühherbst jedoch war es soweit und mein langersehntes neues Pokémon-Spiel kam endlich raus! Yeeeaahhh! Pokémon-Spiele sind immer gute Spiele und dieses hier ist möglicherweise seit HearGold und SoulSilver tatsächlich das Beste. Die neuen Pokémon sind hinreißend, die Story positiverweise überraschend düster und die Pokémon-Ami-Erweiterung ein wahrgewordener Traum. Obwohl ich etwa 200 Tage in meinem 3DS vorgestellt habe, um jeden Tag Kleider shoppen zu gehen, habe ich Kalos in nur zwei Menschenwochen gezeigt, wer die größte Pokémon-Meisterin der Welt ist! Meine Spitzen-Champions waren dabei mein Glurak namens Smaug, Xerneas und Lapras. Es war ein wundervolles Spiel, ich spiele ja auch heute noch ein bisschen weiter. Der Look des Spiels unterscheidet sich sehr von den alten Teilen, aber ich finde ihn toll und hinreißend und -hey- ich kann meine Frisur ändern. Was könnte man sich mehr wünschen? Danke für dieses tolle Spiel, ich freue mich schon auf das Nächste!

2013braveAh, „Bravely Default“ möchte ich nicht unerwähnt lassen. Ich gebe zu, ich bin noch nicht sonderlich weit, aber ich bin so verdammt beeindruckt! Dieses sehr japanische Rollenspiel holt so wahnsinnig viel aus der Nintendo 3D-Konsole raus, dass es schon fast nicht mehr feierlich ist! Dieses Spiel kann man auch absoluten Japano-Noobs empfehlen, die Charaktere sind so wundervoll, die Story wunderschön und das Kampf- und Level-Up System eigentlich denkbar einfach. Ich weiss, in diesem Spiel werde ich noch viel erleben und ich freue mich wie verrückt auf dieses Abenteuer! Und ich möchte nächstes Jahr nicht dastehen und feststellen, dass ich es 2013 nicht mal erwähnt habe.

Kommen wir zu meinem Lieblingsspiel 2013, 2014 und wahrscheinlich auch 2015:

2013animalcrossingAh ja. Natürlich. „Animal Crossing“. Ich könnte hier mindestens 50 Superlativen hinschreiben, die auf dieses Spiel zutreffen. Es ist einfach genau mein Spiel, ich spiele es jeden Tag, es gibt kein wirkliches Ziel und doch habe ich noch nie so viele interessante Real-Life Begegnungen gehabt dank eines Videospiels. Dies ist eine wunderschöne und herzensgute Welt, die man sich selber aufbaut und die es zu beschützen und zu pflegen gilt. Man freundet sich mit den wundervollsten NPCs aller Zeiten an und hält sein eigengebautes Städtchen auf Trab. Dieses Spiel… hach. Ich weiß auch gar nicht, was ich noch mehr dazu sagen soll. Es gab noch nie vorher ein Spiel, das ich seit Erscheinen (16. Juni – ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen!) wirklich täglich gespielt habe und in das ich so viel Zeit investiert habe. Ernsthaft, ich will gar nicht wissen, wie viele Stunden ich bereits gespielt habe. Es ist kein Videospiel – es ist ein Freund, eine Liebesbeziehung, ein zweites Leben. Und ich will nie mehr darauf verzichten!

Alles in Allem war 2013 ein wundervolles und fantastisches Spiele-Jahr, auch wenn es nicht so üppig ausgefallen ist wie andere Jahre. Ich bin rundum zufrieden und ich kann 2014 gar nicht erwarten – mal sehen, was die neue Konsolengeneration für uns bereit hält!

Eine Antwort zu “Mein Spielejahr 2013

  1. Hallo,
    ich verstehe leider immer noch nicht wieso bei so vielen Bioshock Infinite bei so vielen zu den besten Spielen des Jahres gehört. Ich hatte das Spiel recht spät in einer Saturn ;-) Aktion 2 für 3 gekauft und war wirklich enttäuscht dafür tatsächlich 30 Euro auf den Tisch gelegt zu haben. das Spiel ist natürlich nicht schlecht, aber meiner Meinung nach kein Reißer. NiNoKuni…. erinnere mich nicht daran… das liegt noch auf der Halde:“Muss unbedingt fertiggezockt werden“.

    Ich mag diese Jahresrückblicke, die geben immer einen guten Einblick in die Autoren der Seite…

    Gruß Frank

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