The Kingdoms of Amalur

Ich gebe auf. Ich werde einfach nicht warm damit. Eigentlich macht das Spiel nichts falsch und als großer Fan von Spielen wie „Fable“ oder „Dragon Age: Origins“ bin ich eigentlich dafür prädestiniert, dieses Spiel zu lieben! Aber ich werde damit nicht warm und heute auf dem Klo wurde mir der Grund dafür plötzlich klar.

Aber fangen wir etwas weiter hinten an.

Kurz nach meinem Jahreshighlight „Skyrim“ habe ich von einem Freund (vielen lieben Dank an dieser Stelle noch mal) ein neues Spiel ins Haus bekommen. Es ist ein 18-er Titel und heisst „Kingdoms of Amalur: Reckoning“. Darauf aufmerksam geworden bin ich über ein Review und zwar das von GameOne, Folge 195 (ich glaube, es stammte von Tim, ich bin mir aber nicht mehr sicher – jedenfalls klingt es so). Angefixt durch den Fable-mässigen Look und das Übermass an Comic-Gewalt, wollte ich mich gerne sofort nach Amalur begeben.

Etwa 2 Stunden im Spiel wusste ich noch nicht so recht was ich hier mache, wo ich bin oder wie ich genau richtig kämpfe. Also brach ich das Projekt Amalur ziemlich schnell wieder ab und liess das Spiel für einige Zeit links liegen. Ich kaufte mir in der Zwischenzeit das Artbook bzw. den Official Guide. Das Buch wiegt geschätzte 100 Kilo und ist enorm umfangreich. Detailliert beschreibt es die Charaktere, die Story, die Maps, die Gegner – ein rundum sorglos Paket eigentlich. Beim Durchblättern merkte ich, dass es abgesehen vom ersten Turm und dem ersten Wald, in welchem ich derzeit fest steckte, noch fast unendlich viel mehr zu entdecken gab! Eine ausgewachsene Story, eine gigantische Fantasiewelt und eine riesige Anzahl an Gegnern und Kreaturen, denen man begegnet. Angefixt und angetan von dem was ich sah, gab ich dem Spiel noch eine Chance und setzte mich erneut vor die Konsole. 20 Stunden im Spiel muss ich sagen, dass es durchaus alles hält, was im Buch ist – viel mehr als das fühlte ich mich in Amalur auch plötzlich etwas heimisch, weil ich ein Häuschen geschenkt gekriegt hab (ich erinnere mich nur ungern daran, was ich alles für meine erste Bude in „Fable II“ tun musste…), in welchem ich sogar mein Aussehen verändern konnte (ihr kennt ja meine unbegrenzte Liebe für Charakter-Editoren, Gesichter und Frisuren). Ich questete was das Zeug hielt, besiegte eine Armee von Spinnen – mit Leichtigkeit, denn an gute Waffen kommt man sehr schnell – und gruselte mich durch ein unheimliches Schloss… Trotzdem, irgend etwas störte mich, ich konnte es nur nicht genau sagen. Die Welt: Wunderschön und detailliert, mein Sammeltrieb – befriedigt durch die Möglichkeit Schätze und Items zu entdecken. Waffen? Man muss sich nie Sorgen machen, eine mächtige Waffe zu kriegen. Das Skill-System? Einwandfrei, es erlaubt mir zu kämpfen wie ich es will, inklusive ziemlich geiler Finishing-Moves! Die Gestaltung der Welt? Genau mein Geschmack! Aber was stört mich denn daran?

Heute schlief ich bis Mittag und sass dann unmotiviert auf dem Klo, wo ich als erstes darüber nachdachte, was heute bei mir in der Konsole landen könnte. „Pokémon Schwarze Edition 2“ spiel ich auf jeden Fall weiter, aber das zählt nicht, ist ja Handheld. „Guitar Hero III“ wollt ich doch schon lange noch mal durchrocken. Aber dazu müsste ich Batterien für meine Gitarre zusammen suchen. „Halo 4“ hätt ich noch rum liegen? Nä, ich hab es schon gespielt und auf Shooter hab ich keinen Bock. Ich hätte Bock auf ein Rollenspiel – und prompt fiel mir „Kingdoms of Amalur: Reckoning“ wieder ein. Und da – fast wie eine Eingebung – fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Man ist alleine.

Ich fühle mich in diesem Spiel einfach so furchtbar alleine. Niemals hätte ich gedacht, dass ich aus so einem blöden Grund keine Lust auf ein Fantasy-Spiel hätte. Aber obwohl ich sie fast alle nervig finde, mag ich in „Xenoblade Chronicles“ meine Begleiter. Über meine Party in „Dragon Age: Origins“ oder „Baldurs Gate II“ müssen wir gar nicht reden, aber selbst bei „Fable II“ hatte ich immer den Hund an meiner Seite und in „Fable“ gab es stets einen Ort mit bekannten Gesichtern, an den ich zurückkehren konnte. Ach, und wie un-alleine ich in „TES V: Skyrim“ bin mit meinem treuen Begleiter, meinem Ehemann, meinem Putzangest-…äh Huscarl muss ich gar nicht erst erläutern. In Amalur bin ich alleine unterwegs. Das stört mich. Ich möchte diese wunderschöne Welt mit jemandem teilen. There you have it. Was für eine absonderliche Auflösung für die Amalur-Frage. Wird mich dieser Umstand daran hindern, das Spiel durchzuspielen? Vielleicht. Werde ich später irgendwann entdecken, dass man Partymitglieder finden kann? Vielleicht. Wer weiß.

Ich will mich nicht alleine fühlen.

Eine Antwort zu “The Kingdoms of Amalur

  1. So geht es mir auch manchmal. Trotz größter Mühe einiger Spielehersteller und wirklich tollen Spielen wurde ich einfach nicht warm mit einigen Spielen obwohl mir Genre und so weiter eigentlich zusagten.

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