Look at my Horse, my Horse is amazing!

Um mir mein eigenes Haus kaufen zu können, musste ich ganz viel Kohle anscheffeln. So lange bin ich in Himmelsrand noch gar nicht unterwegs, aber der Jarl von Weisslauf erhob mich vor Kurzem in den höchsten Ehren-Stand, den er überhaupt vergeben kann: Den Thane. Was? Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt? Wie unhöflich von mir.

Mein Name ist Aleithea, geborene Nord. Flüchtling aus Helgen. Oder Heldin von Weisslauf, wenn ihr so wollt.

Mit dem Titel „Thane von Weisslauf“ darf ich mir auch Grundstück in Weisslauf aneignen. Und das steckte ich mir zum Ziel. Um mir eine Hütte in der Festung leisten zu können, musste ich nicht nur eine Bande Vampire beseitigen, die Morthal terrorisierten, nein, ich musste auch zwei riesige Drachen in der Nähe von Windhelm zur Strecke bringen! Aber lange Rede, kurzer Sinn – nachdem ich die Drachenknochen und -Schuppen endlich für einen guten Preis an diverse Händler bringen konnte, war mein erstes Eigenheim in Greifnähe.

Es ist kein pompöser Anblick, das gebe ich zu. Aber es ist schöner, im eigenen Bett zu schlafen, anstatt fremde Strohbetten aller möglichen Gasthäuser platt zu liegen. Außerdem hält Lydia die Hütte einigermaßen sauber. Zu eurer Information: Lydia ist nicht meine gleichgeschlechtliche Bettgenossin, sondern eine persönliche Leibwächterin und Dienerin, die ich freundlicherweise vom Jarl zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich verstaute nach dem Einzug den Großteil meiner Ausrüstung in meiner Kiste und stellte mich dann vor die Haustür. Doch irgendetwas fehlte… Irgendetwas mehr wollte ich noch-… ein Pferd!

Wie toll wäre es, ein eigenes Pferd zu haben! Ich zog also noch Mal los und verkaufte meine Edelsteine, die ich auf Reisen gefunden und…- (sagen wir: gefunden!) habe.

Mein erstes Pferd fand ich in den Ställen von Weisslauf. Es war ein dunkelbraunes Modell, stämmig, hatte schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Aber es wirkte robust und seine dunklen Augen blickten mir verständnisvoll und wagemutig entgegen. Sofern man das von einem Pferdeblick behaupten kann. Sein Gesichtsausdruck gefiel mir.

Ich schwang mich sofort auf den Rücken des Pferdes und machte mich auf, in Richtung Westen. Kaum hatte ich den Fluss westlich der Festung von Weisslauf überquert, vernahm ich ein markerschütterndes aber bekanntes Geräusch. Ein Drache! Er kreiste majestätisch über dem Bauernhof neben der Straße. Ich stieg vom Pferd und zog meinen Bogen. Ich feuerte einen Stahlpfeil in den Himmel, genau in die Brust des Drachen. Doch das Ungetüm schwebte zu hoch und nicht mal meine hervorragend geschmiedeten Pfeile reichten so weit. Ich beobachtete den Drachen dabei, wie er noch ein bis zwei weitere Kreise über meinen Standpunkt zog und dann aber zurück zum Berghang schwebte und aus meiner Sicht verschwand. So ein Mist!

Ich wollte mich zurück auf mein Pferd schwingen aber-… ja, wo ist es denn? Etwas weiter vorne überquerte das Huftier gerade eine kleine Brücke. „Wenn du zurück in deinen Stall willst, ist das aber der falsche Weg, Monsieur!“, rief ich dem Pferd nach, aber es half nichts. Ich eilte ihm hinterher, musste sogar einen kurzen Sprint einlegen, um es zu erreichen. Ich stieg wieder auf. Zurück im Sattel folgte ich dem Weg entlang des Flusses Richtung Westen. Mein Ziel ist die Stadt Rifton. Zu Fuss dürfte ich etwa einen Tag brauchen, vielleicht kann ich mit Hilfe des Pferdes etwas Zeit einsparen.

Nur wenige 100 Meter weiter passierte ich einen Turm. Davor stand eine junge Frau. „Diese Wegstrecke ist gebührenpflichtig.“, sagte sie. „Das hier ist ein freies Land“, informierte ich sie. „Ich reite, wohin es mir gefällt.“ „200 Goldstücke und Ihr dürft reiten, wohin es euch auch immer gefällt.“, entgegnete die Wegelagerin. Ich seufzte. „They see me rollin‘ they hatin'“, murmelte ich. „Zahlt den Wegeszoll und euch soll nichts geschehen!“, rief die Banditin und spannte ihren Bogen. „Das werden wir gleich sehen!“, antwortete ich, sprang vom Pferd und zog meine Kriegsaxt. Schon flogen die ersten Pfeile von der Gegenseite des Flusses in meine Richtung. Das Pferd wieherte erschrocken auf und galoppierte in die Richtung, aus der wir kamen davon. Ich erschlug die Banditin vor dem Turm und den nächsten Banditen, der mir entgegen kam. Aus dem Augenwinkel erblickte ich das Pferd. Es war außerhalb der Reichweite der gegnerischen Bogenschützen stehen geblieben. Ich betrat den Turm und erklomm die Leiter zur ersten Zwischenebene. Hier gab es keine Gegner. Ich stieg eine weitere Leite hinauf und kam in einen Raum mit einem Durchgang. Dieser führte auf eine Ein-Mann-schmale Brücke, welche diesen Turm mit einem identischen Gegenstück auf der anderen Seite verband. Auf der Brücke standen Bogenschützen und weitere bewaffnete Banditen. Mit der gezogenen Waffe betrat ich die schmale Brücke und begann das Feld von Vorne frei zu räumen. Plötzlich hörte ich ein mir bekanntes Wiehern aus der Nähe. Aus unmittelbarer Nähe! WAS ZUM-…?! Hinter mir stand das Pferd und griff mit wütendem Wiehern und Huftritten meine Gegner vor mir an. Wie ist das überhaupt möglich?! Die Brücke war für mich schon viel zu schmal! Da ich seitlich nicht am Pferd vorbei konnte und vorne der Weg mit Leichen gesäumt war, wir aber von der anderen Flussseite her immer noch mit Pfeilen beharkt wurden, gab es nur einen Ausweg. Ich schwang mich auf mein Pferd und ritt rückwärts vorsichtig den schmalen Steg zurück in den Turm hinein. Im Turm selber blieb kein Platz, um vom Pferd zu steigen und um die Ecke mit der schmalen Leiter hinab in die erste Ebene kam ich mit dem Tier auch nicht. Was für eine treudoofe Kreatur. Wie ist sie überhaupt hierher gekommen?

Ich riss das Zügel herum und versuchte den einzigen Ausweg zu nehmen, der mir noch blieb, ohne mich dem tödlichen Pfeilhagel der Gegner oder dem sicheren Sturz von der Brücke in den Fluss zu übergeben. Ich nahm die Leiter nach oben.

Heldenhaft thronte ich auf meinem übermächtigen Kriegspferd auf der Zinne des Turmes. Pfeile schnellten an meinem Ohr und vor meiner Brust vorbei, doch diesen glorreichen Moment konnte mir keiner nehmen. „Fickt euch!“, rief ich mit ganzer Seele zum anderen Flussufer hinüber. „Fickt euch und euren Wegzoll, ihr Idioten!“, schrie ich.

In dem Moment wieherte mein Pferd laut und bäumte sich auf. Ein Pfeil hatte sich in seine Brust gebohrt. Es verlor sein Gleichgewicht auf der engen Zinne des Turmes und gemeinsam stürzten wir über die Brüstung hinunter in die Tiefe.

Während alle Knochen in meinem Körper barsten und ich im eisigen Wasser des Flusses versank, sah ich aus dem Augenwinkel, wie der tote Körper meines Pferdes von der Strömung davon getragen wurde…

Sarah liess den Xbox 360-Controller aus der Hand fallen und warf die Hände in die Luft. „NEIN! PFEEERD!“ „Was ist passiert?“, fragte ihr Mannfreund, der neben ihr an seinem PC arbeitete. „Mein Pferd, das ich mir neu gekauft hab ist soeben den Bach runter gegangen. Jetzt muss ich das Spiel neu laden und den ganzen Weg von den Ställen aus nochmal machen!“ „Was-… Wie-… Ach, ich frag nächstes Mal gar nicht erst.“

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