Dragon Age 100 : 0 Real Life

Ich saß zu dem Zeitpunkt erst unschuldige 20 Minuten vor der Konsole und dachte „Meh…“.
Als ich „Dragon Age“ vor ein paar Jahren zum ersten Mal gespielt hatte, war ich ein Dalish Elf, der in den Wäldern Brecilians eine Höhle erkundete. Nicht so toll. Doch die Geschichte der adligen Familientragödie riss mich jetzt auch nicht direkt vom Hocker. Ich stieg 10 Minuten später aus dem Spiel aus und ging in die Empire Videothek um die Ecke.

Die schuldeten mir noch ein Gratis-Spiel oder -Film, weil ich denen meine Emailadresse hinterlassen hatte. Ich lieh mir „Red Dead Redemption“ aus. Doch nach nur etwa vier Stunden fiel mir auf, dass ich mich tatsächlich ein bisschen langweilte. Die Pferde haben sich irgendwann totgeritten, die Landschaft toderkundet und die Tiere tod getötet. Die Haupt- und Nebenquests waren zwar sehr abwechslungsreich, spannend und auch ein bisschen fordernd, trotzdem hatte ich irgendwann einfach keine Lust mehr auf die ewig öde Wüstengegend. Und als ich dann an einer Stelle hängen blieb, wo eine Geisel vor meinen Augen immer wieder erschoßen wurde, ohne dass ich den Banditen hätte aufhalten können, war für mich Schluss mit der Cowboyromantik.

Romantik ist tatsächlich die beste Überleitung, die mir hätte einfallen können. Ich ersetzte die „Red Dead Redemption“-Dics in der Spielkonsole wieder mit „Dragon Age: Origins“ und rannte dort erst einmal ziellos im Camp in Ostagar herum, redete ein bisschen mit allen Anwesenden und versuchte so viele Gegenstände zu looten wie möglich. Dann begab ich mich, wie von Duncan beauftragt zu Alistair, der die Rekruten durch das Ritual führen soll. Der Rotschopf führte mich auch gleich in die Korcari-Wildnis, wo eifrig Darkspawn bekämpft wurde, das gefiel mir. Dann trafen wir auf Morrigan, die nicht nur sehr wenig an, sondern auch überhaupt keine Manieren hat. Auch das gefiel mir. Dann zogen wir zusammen mit Cailan in die Schlacht von Ostagar, wo ich mit einem endlos coolen Move (OHNE Quick-Time-Event) den Bossgegner besiegte. Dieser nannte sich einen Oger, erinnerte jedoch mehr an den Dave-Grohl-Teufel aus Tenacious D’s „Pick of Destiny“. In Lila. Das gefiel mir… solala. Dass aber kurz darauf Cailan Theirin von einem solchen mit blosser Hand zerquetscht wurde und Duncan durch einen gegnerischen Axthieb den Instant-Tod fand, gefiel mir schon sehr viel besser. Dass Teyrn Loghain daraufhin – wie der diabolische Bastard geplant hatte – seine Armee zurückzog und alle im Stich liess, brachte die Story in Fahrt und gefiel mir richtig gut. In der nächsten Sequenz werde ich Leonidas-Like von tausend Pfeilen duchbohrt und falle.

Ich wache im Haus von Morrigan und ihrer Mutter Flemeth auf. Alistair hat die Geschichte irgendwie auch überlebt und zu viert (der Hund ist plötzlich auch wieder da – Yay.) ziehen wir – die letzten zwei Grey Wardens (und ein Hund.) – los, um die Welt zu retten. Typischer RPG-Anfang, nicht sehr erquickend und nicht übermäßig einfallsreich.

In der ersten Ortschaft Lothering schaltete ich weitere Gefährten frei (Leliana und Sten, der hamsterlose Minsk-Ersatz ohne Boo) und rettete ein paar Zivilisten. Ich genieße beim Weiterspielen gerade so die actionreichen Kampfeinlagen, die blutrünstigen Darkspawn-Gemetzel, als ein animierter, attraktiver Mann mir plötzlich sagt, ich sei hübsch. Ich dachte „Hey, was ist hier gerade passiert?“ und erhielt plötzlich die Option mit einem Videospielcharakter zu flirten. Alistair war charmant, klug und eloquent. Er triggerte bei mir sofort den Ehrgeiz, diesen Mann zu erobern. Jeder der mich kennt, weiß genau, Romantik ist nicht mein Ding und ich kenne mich damit überhaupt nicht aus. Naja, ich kenne alle Klischees, aber sie gehen mir am Arsch vorbei. Wegen diesem plötzlichen Anflug von Schwärmerei lachte ich mich selbst aus. Und dann sagte ich zu mir: „Ach komm, es ist nur ein Videospiel.“

Das wat der dritte Teil von „Der Untergang meiner selbst – Sarahs Ausstieg aus dem Sozialleben“. Fortsetzung folgt…

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