„Sarah sucht Singles“ oder „Warum die meisten Singles in Hamburg leben“

Meine Mitbewohnerin hat letztens mal zu mir gesagt, dass Hamburg die Stadt mit den meisten männlichen Singles ist in Deutschland. Cool, habe ich gedacht, bin dem aber nicht weiter nachgegangen. Dann, einen Tag später kam sie wieder zu mir und meinte: „Weisst du, jeder, der bis jetzt in deinem Zimmer geschlafen hat, hatte nach kurzer Zeit einen Freund oder eine Freundin!“ Okay, sollte mir das etwas sagen abgesehen davon, dass sich mein Bett eventuell in einem bedenklicheren Zustand befindet als bisher angenommen? Am dritten Tag kam sie wieder zu mir und fragte mich, ob ich eigentlich am Abnehmen bin, wegen einem Mann. Öhm, nein. Ich ahnte schon, dass die Frage wieder damit zu tun hatte. Aber dann kam sie heute wieder zu mir und sagte „Ich geh mit meinem Freund ins Fricke 46. Willst du mitkommen? Da gibt’s eine Menge Männer!“

Okay, langsam habe ich das Gefühl, sie will mich verkuppeln. Aber lasst mich erklären, warum ich hier – im Gegensatz zu meinem vorherigen Leben in der Schweiz – noch kein Date gehabt habe. Abgesehen davon, dass ich nur Absagen gekriegt habe und davon keine lustig oder awkward genug gewesen wäre, um sie mit euch zu teilen, gibt es noch ein Problem:

Hamburger sind komisch.

Nein, ich meine nicht das lustige „komisch“ oder das liebenswerte „komisch“ (so wie ich es bin). Sondern das „merkwürdig“ komisch.  Lasst es mich euch, anhand einer kleinen Datingcommunity Hamburgs demonstrieren. Das war der „Blick am Abend“ für Zürichs Singles ist, ist die „Morgenpost“ in Hamburg. Über eine einfache Singlebörse lädt die Tageszeitung zum Happy Dating.

Nicht ganz so happy ist aber die Auswahl. Anstatt vieler Worte, lasse ich lieber die Bilder für sich sprechen. Und damit das Ganze nicht so gemein wird, verpacke ich die Beleidigungen in

Überlebenstipps für Datingseiten


Mach niemals, aber wirklich niemals (!) die Denkerpose

Trotz vertrauenerweckendem Blick: Trage niemals Neon-Farben!

Geh nicht zu oft ins Solarium und sag nicht du bist 28, wenn du in Wahrheit 12 bist.

Rote Augen erwecken den Eindruck, als seist du schon mal gestorben und dann vom Teufel wieder erweckt worden. Ich empfehle ein simples Foto-Bearbeitungsprogramm.

Manchmal empfiehlt es sich vielleicht… einfach mal… nicht … zu lächeln.

Trage niemals einen Sombrero oder Cowboyhut. Wenn schon, dann einen Fedora, eine Melone oder einen Zylinder (Personen die mich kennen, wissen dass ich das ernst meine).

Guck nicht ZU stoned. Du Nerd.

Beschreibe dich im Profil nicht als „ein bisschen verrückt“, wenn du auf deinem Bild aussiehst wie ein mehrfach verurteilter soziopathischer Psychopat.

Mach nicht ein Foto von einem Foto, sondern mach einfach… ein Foto.

K, normalerweise würde ich ja sagen, achte auf den Lichteinfall und auf Gegenlicht. Aber in diesem Fall ist es vielleicht besser, wurde das nicht eingehalten.

Ach, okay, nochmal einen Blick in die „Blick am Abend“ Community geworfen… dort sieht es nur ein bisschen besser aus.

 Ist das jetzt „Blue Steel“ oder „Ferrari“?

Bei dieser Mischung aus Snob und Ethno Veganer fehlen mir die Worte.

Oookay, das mit den Photoshop-Augen kann man auch falsch verstehen.

Etwas Tagesmake-up: Ja. Das da: Nein.

In Sngle-Börsen macht es Sinn, auch sein Gesicht zu ze-… ach in diesem Fall scheißegal!

„Verspielt“ im Profil stehen haben = Okay. Es mit einem Bild untermalen = Fail.

Belichtung richtig gemacht

Etwas Patriotismus zeigen ist in der Schweiz okay. Man kann es aber auch übertreiben.

„Typ: Sportlich“

So. Liebe Mitbewohnerin… Ich… Das ist… Irgendwann… Ich glaube… Ich bleibe lieber Single.

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