Zauberstift to the Rescue

bahnnZwei Jungs saßen mit heute in der Bahn gegenüber und gaben sich ganz schön Mühe damit, die halbnackte Schnecke der Beate Uhse Werbung, auf der letzten Seite, ins rechte Licht zu rücken. Die Zeitung wurde halbtot gefaltet, doch die eigensinnige Braut im scharfen knappen Zweiteiler wollte sich einfach nicht so hinstellen lassen, dass sie die nächste Person, die hier hinsitzen würde, mit ihren falschen Brüsten sexuell belästigen könnte. Bei den wiederholten missglückten Versuchen jedoch kicherten die Halbstarken wie zwei japanische Schulmädchen.

Die dumme Zeitung (aka. die Zeitung für Dumme aka. dümmstes Tagblatt EV0R, aka. die belanglose Scheiße vom Tag, aka. Umweltverschmutzung², aka. Gesellschaftsverdummung³, aka. Grund, warum selbst Kantischüler in der Pisa Studie unterirdisch schlecht abschneiden würden, wenn sie nur das Zeug läsen, aka. Blick am Abend) wollte sich einfach nicht falten lassen. Da kommt dem einen Armleuchter aber plötzlich der rettende Einfall. Er wühlt in seiner Schultasche und zieht einen dicken, schwarzen Filzstift hervor. „Zauberstift!“, ruft er triumphierend. Zusammen gehen die beiden die Zeitung nochmal durch. Zuerst wollen sie Polo Hofers dümmlichen Gesichtsausdruck auf Seite 2 verunstalten. Doch das ist gar nicht weiter möglich. Sie blättern also die Zeitung durch und verpassen unserem Bundespräsidenten Hans-Rudolf Merz einen gekonnt geschwungenen französischen Schnauz und ein Beret. Auf der hintersten Seite werden natürlich auch die Brüste und der Slip des bereits erwähnten „Models“ auf der Porno-Reduktions-Werbung grafisch hervorgehoben. Und Schwupps, hatten sie daraus wieserum ein lustiges Gesicht gemacht. Nicht schlecht, meine Herren. Sie grölten mittlerweile und der merkwürdig auffällig anmutende alte Herr im gegenüberliegenden Abteil und der Jesus-Broschüre warf bereits böse Blicke in deren Richtung. Ich überlegte mir einen Hut zu kaufen, um meinen Kopf weiterhin vor Jesus zu schützen.

Schlussendlich verließen meine Abteils-Genossen den Zug, johlend und lachend. Ich lächle ab dem Bild von Polo Hofer, das mir leutselig entgegen grinst. Er hat jetzt einen Hitlerschnauz.

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